Schüler gestalten Kunst, die erinnert. Am Sonntag, 18. Juni (15 Uhr), laden Schüler der Badener Gymnasien ins Rainer-Museum zu einer Gedenkzeit.

Erstellt am 16. Juni 2017 (05:00)
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Die Biondekbühnen-Darsteller lesen George Tabori.

Wie kann man Geschichte spürbar machen? Wie Geschichte weitergeben an die junge Generation? Und wie kann man sich auch noch 72 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieg an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern?

Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Biondekgasse und der Frauengasse haben das getan und präsentieren kommenden Sonntag ihre Werke und Erkenntnisse im Rainer-Museum. Anlassgebend war die Errichtung des Mahnmales in der Frauengasse und am Josefsplatz. „Counterpols / Widerstäbe“ heißt es, entworfen vom Künstler Peter Kozek. 36 Metallstäbe sind seit April vor Ort verteilt und fungieren als Mahnmal für die vielen Opfer des Nationalsozialismus, auch in Baden.

Kunstprojekte und Collagen

„Die 36 Metallstäbe richten sich in unterschiedlichen Winkeln aus dem Boden auf. Diesen zunächst unregelmäßig verstreut scheinenden „Counterpoles / Widerstäben“ wohnt aber eine überlegte Ordnung inne“, erklärt Kozek, der am kommenden Sonntag auf Einladung der Schüler über sein Projekt sprechen wird.

Weiters am Erinnerungs-Projekt beteiligt ist die Biondekbühne mit einer szenischen Lesung aus George Taboris „Die Kannibalen“ unter der Leitung von Gregor Ruttner, Geschäftsführer der Biondekbühne. „Wie tief kann ein Mensch sinken? Wie tief muss ein Mensch sinken im verzweifelten Kampf ums Überleben“, fragte er sich gemeinsam mit seinen jungen Schauspielern.

Im Rahmen des Faches „Bildnerische Erziehung“ und „Textiles Gestalten“ suchten die Schüler nach einem künstlerischen Ausdruck. Die Kunstprofessoren Friederike Hinkel, Stefanie Hawlik und Hubert Hochwarter arbeiteten seit dem Frühjahr an der Thematik: In der Unterstufe entstand eine Gemeinschaftsarbeit von zweit Klassen: Ausgehend von den Stammdatenblättern in der Frauengasse aus dem Schuljahr 1937/38 wurden die Namen der Mädchen mit mosaischen Glaubenbekenntnis recherchiert und ihre Namen unter folgender Überschrift zusammengefasst: „Wir waren Schülerinnen dieser Schule 1937/38“.

Charlie Chaplins "Der große Diktator"

Die Schüler der Oberstufe konzentrierten sich in ihren praktischen Arbeiten auf unterschiedliche Aspekte des Mahnmal-Themas: Auf Grundlage von Texten und einem Filmausschnitt aus „Der große Diktator“ wurden z.B. Collagen gestaltet. Auch der gelbe Stern war Thema, mit dem sich die Schüler befassten und Bild-Text-Collagen entwarfen.