Wohnbau in Leobersdorf sorgte für Aufreger. Geplantes Bauprojekt mit Penthousewohnungen stieß auf Kritik in den sozialen Medien. Bürgermeister Andreas Ramharter (LZL) verweist auf breites Angebot in der Gemeinde.

Von David Steiner. Erstellt am 21. April 2021 (05:11)
Gegenüber des Alten Rathauses entsteht ein Wohnbau mit 47 Eigentumswohnungen, Geschäftslokalen und Tiefgarage.
Steiner, Steiner

Eine 241m 2 große Dachterrassenwohnung, Kaufpreis: 1.014.690 Euro, erregte vergangene Woche die Gemüter in einer Leobersdorfer Facebook-Gruppe. Sie ist Teil eines am Marktplatz geplanten Wohnbauprojekts der Firmengruppe Fortuna. Am Areal des ehemaligen Gasthauses Stroh sollen 47 Eigentumswohnungen und Geschäftslokale entstehen.

Zehn davon werden als kompakte, leistbare Wohnungen für Studierende und junge Paare beworben, die restlichen als „exklusive Penthousewohnungen“.

„Vom leistbaren Wohnen in Leobersdorf“, kommentierte die SPÖ-Gemeinderätin Amela Dzananovic die geteilte Online-Wohnungsanzeige und verwies auf den hohen Kaufpreis. Makler mag dieser Preis nicht überraschen, doch in Teilen der Bevölkerung führte der Beitrag zu regen Diskussionen über die Immobilienpreise in der Marktgemeinde. In wenigen Tagen sammelten sich rund achtzig Kommentare. Einige davon stammen von SPÖ-Gemeinderäten. „Wir sind verantwortlich dafür, leistbaren Wohnraum für Bürger zu schaffen“, betont SPÖ-Obmann Gerhard Tschakert auf NÖN-Anfrage. Er sieht am Marktplatz eine Chance für gemeinnützigen Wohnbau zugunsten junger Menschen vergeben. Von privatem Wohnbau würden Anleger und Spekulanten profitieren.

Bürgermeister Andreas Ramharter (LZL) erklärt, „Junges Wohnen“ hätte am Marktplatz nicht preisgünstig umgesetzt werden können und werde von der Gemeinde anderenorts angeboten. Zudem würden beim Bahnhof Leobersdorf und in Wittmannsdorf preisgünstige Wohnbauten entstehen. „In Leobersdorf gibt es Angebote in jedem Preissegement, die Auswahl an Bauträgern war noch nie größer“, meint Ramharter. Groß sei auch die Nachfrage. Viele Menschen fänden das Angebot attraktiv. Den Trend zur Urbanisierung und steigenden Preisen im Speckgürtel könne die Gemeinde schwer steuern.