Kaserne in Baden für Flüchtlinge öffnen?

Erstellt am 16. März 2022 | 05:40
Lesezeit: 3 Min
Kaserne in Baden für Flüchtlinge öffnen?
Peter Koczan und Jowi Trenner von der Bürgerliste vor der ehemaligen Martinekkaserne.
Foto: privat / NÖN
Martinekkaserne laut Bürgerliste „idealer Ort für ukrainische Flüchtlinge“.
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Die Bürgerliste „wir badener“ schlägt vor, die ehemalige Martinekkaserne nach Adaptierungen als Unterkunft für Kriegsflüchtlinge umzufunktionieren. Sie hat sich mit einem Brief an Landeshauptfrau Johann Mikl-Leitner, ÖVP, gewandt, um über Parteigrenzen hinweg „für diese armen Menschen aktiv“ zu werden.

Das Areal der ehemaligen Martinekkaserne im Süden der Stadt würde sich laut Bürgerliste ebenso wie das ehemalige „Johannesbad“ im Zentrum, „als ideale Unterbringungsorte für viele Flüchtlinge aus dem ukrainischen Kriegsgebiet“ anbieten. Jowi Trenner sagt dazu: Diese Zweckwidmung der ehemaligen Martinekkaserne wäre aus meiner Sicht in der momentanen Situation sehr wichtig! Mit dieser Maßnahme wird Menschen in einer akuten Notlage nachhaltig geholfen, denn es handelt sich hier nicht um ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘, die unser Sozialsystem zu schätzen wissen, sondern um schwergeprüfte ‚Kriegsflüchtlinge‘!“ „Wir müssen jetzt rasch und unbürokratisch handeln, damit diese Menschen eine Unterkunft finden. Was würde sich daher besser dafür anbieten als eine ehemalige Militärkaserne, die seit Jahren auf eine neue, bessere Bestimmung wartet?“, pflichtet Peter Koczan bei.

Seitens des Verteidigungsministeriums, das nach wie vor Eigentümer der Liegenschaft ist, heißt es, dass die Vergabe an Flüchtlingsunterkünften zentral vom Innenministerium gesteuert werde. Es mache keinen Sinn, hier unkoordiniert anzufragen. Pressesprecher Oberst Michael Bauer gibt nur zu bedenken, dass eine Militärkaserne für vom Krieg vertriebene Menschen nicht als geeigneter Ort angesehen werden könne, abgesehen davon, dass sie in keinem Zustand sei, dort jemanden unterzubringen. Die Adaptierungsmaßnahmen wären ein großer Aufwand.

Badens Vizebürgermeisterin Helga Krismer von den Grünen meint zu den Vorschlägen der Bürgerliste: „Wir haben selbstverständlich schon mit den Arbeiten begonnen, um das Johannisbad so schnell wie möglich wieder als Zuhause für vertriebene Frauen zu ertüchtigen. Das Kasernenareal liegt nicht in unserer Entscheidungssphäre. Da es bereits 2015 in einem nicht vertretbaren Zustand als Unterkunft war, wird sich die Qualität noch mehr verschlechtert haben“, betont sie.

Aus dem Umfeld von Landeshauptfrau Mikl-Leitner heißt es, das Anliegen werde geprüft. Seitens der Koordination im Innenministerium langte bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme ein.

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