Stadt kämpft gegen den Klimawandel. Unter Einbeziehung der Bürger unternimmt Stadtpolitik Anstrengungen, Klimaziele einzuhalten. Anpassungsstrategie beschlossen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 09. April 2019 (04:03)
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Ziehen klimatechnisch an einem Strang: LAbg. Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Stadtgartendirektor Gerhard Weber, Energiereferatsleiter Gerfried Koch und Bürgermeister Stefan Szirucsek.

Baden nimmt als e5-Gemeinde den Klimawandel ernst und setzt weitere Schritte. Diese Botschaft sendet der Gemeinderat aus, in dessen jüngster Sitzung nun der im Stadtrat verabschiedete e5-Maßnahmenplan zur Kenntnis genommen wurde.

Zudem beschloss der Gemeinderat eine Anpassungsstrategie an den Klimawandel und legte Kriterien für städtebauliche Wettbewerbe fest. Dabei werden energie- und klimaschutzrelevante Gesichtspunkte berücksichtigt. Bürgermeister Stefan Szirucsek (VP) und Vizebürgermeisterin Helga Krismer (Grünen) betonen, dass Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel eine wichtige Aufgabe der Stadtentwicklung seien: „Wir haben in Baden in den letzten Jahren Maßnahmen gesetzt, um die Stadt für die neuen Herausforderungen durch den Klimawandel fit zu machen.“

Auch in Baden ändere sich das Klima, und die Hitzetage, Trockenperioden aber auch Starkniederschläge nehmen zu. Die Stadtpolitiker verweisen auf die Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG), die für die nächsten 20 Jahre eine signifikante Zunahme der Hitzetage (über 30 Grad Celsius) prognostiziert, ebenso wie einen deutlich früherer Zeitpunkt des Beginns der Vegetationsperiode von bis zu 18 Tagen und mehr Tage ohne Niederschläge.

Klima-Strategie alle drei Jahre angepasst

Die nun beschlossene „Klimawandelanpassungsstrategie“ berücksichtigt vorerst fünf Handlungsfelder: Hitze & Trockenheit, Wind & Sturm, Starkregen, Hochwasser und Steinschlag. Für alle Bereiche werden mögliche Auswirkungen dargestellt und Maßnahmen aufgelistet, die bereits umgesetzt wurden oder geplant sind. Die Strategie wird alle drei Jahre überprüft und wenn nötig angepasst.

„Ziel einer klimaschonenden Stadtentwicklung ist, dass bei der Ausschreibung von städtebaulichen bzw. architektonischen Wettbewerben energie- und klimaschutzrelevante Gesichtspunkte sowie der Einsatz von erneuerbaren Energien zu prüfen und wo möglich zu berücksichtigen sind“, erklärt Energiereferatsleiter Gerfried Koch.

Die e5-Stadt Baden wird sich jetzt im Frühjahr zum dritten Mal einer internationalen Auditierung für Energieeffizienz stellen. Es wird angestrebt das fünfte „e“ zu erreichen. Das bedeutet, dass mindestens 75 Prozent der möglichen Umsetzungen nachgewiesen und anerkannt werden müssen.

Dafür ist es erforderlich, einen mehrjährigen Maßnahmenkatalog und Zeitplan vorzulegen. Dieser umfasst 50 Projekte, welche bis 2021 durch die Abteilungen der Stadtgemeinde umgesetzt werden sollen. Dazu zählen zum Beispiel die Erneuerung des Blockheizkraftwerks bei der Kläranlage, das Radwegeprogramm, der künftige Citybusbetrieb mit Elektrobussen, oder die Beteiligung an Forschungsprojekten und Veranstaltungen für die Stadtbewohner.

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