Triestingtal: Hochwasserschutz um 43 Millionen. Spatenstich zum Hochwasserschutz in Fahrafeld. Dort soll bis Ende 2022 das zweitgrößte Rückhaltebecken in Niederösterreich entstehen und 30.000 Menschen schützen.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 24. Juni 2020 (05:56)
Porr-Generaldirektor Karl-Heinz Strauss, Landeshauptfrau-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Ministerin Elisabeth Köstinger, TWV-Obmann Andreas Ramharter, Ortschef Daniel Pongratz und Landtagsabgeordneter Christoph Kainz mit den Bürgermeistern der Verbandsgemeinden beim Spatenstich. 
Husar

Das größte Projekt des Triesting Wasserverbandes hatte am Montag Spatenstich. Es soll künftig 30.000 Triestingtalern Schutz vor Überschwemmungen bieten. Auf den Äckern rund um den Pottensteiner Ortsteil Fahrafeld entsteht mit einem Volumen von rund 750.000 Kubikmetern das zweitgrößte Hochwasser-Rückhaltebecken in Niederösterreich. Das Projektvolumen beläuft sich auf rund 43 Millionen Euro, von denen 90 Prozent Bund und Land NÖ, sowie 10 Prozent der Triesting Wasserverband tragen. Für die Bauausführung zeichnet die Porr AG verantwortlich.

Federführend beim Riesenprojekt ist Leobersdorfs Bürgermeister Andreas Ramharter (Liste Zukunft), welcher seit 16 Jahren als Obmann die Geschicke des Triesting Wasserverbandes leitet: „Alleine die Grundstücksbeschaffung dauerte mehrere Jahre. Von den Bundesforsten wurden riesige Waldflächen am Kahlkopf in Pottenstein angekauft, um den Grundeigentümern der Ackerflächen Tauschflächen anbieten zu können. Es musste kein einziger Grundeigentümer enteignet werden“, betont Ramharter.

2014 begannen die Detailplanung und Bewilligungsverfahren. Ramharter bedankte sich bei Bundesministerin Elisabeth Köstinger und Landesvize Stephan Pernkopf: „Nur durch die Zusammenarbeit der Gemeinden entlang der Triesting im Wasserverband ist die Umsetzung möglich. Finanziell realisierbar wurde dieses Projekt allerdings nur durch die großzügige Finanzierung durch die entsprechenden Stellen des Bundes und des Landes NÖ, denen ich hier im Namen aller Bewohner des Triestingtales ein riesengroßes Danke aussprechen darf.“

Ramharter bedauert, dass zum Spatenstich aufgrund der Covid19-Verordnung keine Anrainer anwesend sein konnten, „aber spätestens bei der Eröffnungsfeier soll ein würdiges Fest nachgeholt werden“, kündigt er an. Er sei sich bewusst, dass vielleicht nicht alle Anrainer glücklich über das Becken mit den langen Dämmen seien. Bislang hatten sie laut Ramharter hinter ihrem Grundstück einen freien Zugang zur Triesting, in Zukunft würden sie einen teils mehreren Meter hohen Damm vorfinden. „Der Wasserverband stieß aber auch auf Verständnis, sollen durch das Rückhaltebecken doch rund 30.000 Personen vor Überschwemmungen geschützt werden“, ergänzt er.