Polizei überwacht Badener Synagoge

Nach Attacken in Graz bekam Bezirkspolizeikommando Baden am Montag Auftrag von Innenminister, die Synagoge in Baden 24 Stunden lang zu bewachen.

Andreas Fussi
Andreas Fussi Erstellt am 26. August 2020 | 05:58
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Die Synagoge in Baden in der Grabengasse. Aktuell finden keine religiösen Aktivitäten statt.
Foto: Fussi

Nach antisemitischen Anschlägen in Graz zeigt man sich auch in Baden geschockt. Denn der Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, der von einem 31-jährigen syrischen Flüchtling tätlich angegriffen worden war, ist seit 1998 auch Präsident der jüdischen Gemeinde Baden und Retter der Badener Synagoge. Der Tatverdächtige hatte Rosen am Samstagabend mit einem Holzprügel attackiert. Zuvor hatte er bereits Sachbeschädigungen an der Grazer Synagoge begangen.

Als Konsequenz ordnete Innenminister Karl Nehammer an, dass alle Synagogen rund um die Uhr bewacht werden – von uniformierten Beamten wie auch von Personal in Zivil.

Seitens der Bundespolizei bestätigt Chefinspektor Günther Skiranz am Montag den Befehl „mit sofortiger Wirkung“. Zu Redaktionsschluss ging es um die Organisation der Überwachung. Skrianz erklärte, auch die Stadtpolizei um Unterstützung zu bitten. Das müsse noch mit der Landespolizeidirektion abgeklärt werden, ansonsten müssten Kräfte hinzugezogen werden.

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Der Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, zwei Tage nach Attacke.
APA/ Fohringer

Nehammer zeigte sich am Montag bei einem Pressetermin mit Rosen und dem Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinschaft Wien, Oskar Deutsch, entsetzt. Er sprach von „erschütternden“ und „absolut inakzeptablen“ Vorfällen. Man werde alles tun, um zu gewährleisten, „dass jüdisches Leben sicher und vor allem auch freudvoll gelebt werden kann.“

„Die Angriffe in Graz sind nicht nur ein Angriff auf die jüdische Gemeinde selbst, sondern auf die Grundwerte unserer Gesellschaft“, sah Rosen einen größeren Zusammenhang.