Hermann Broch: Fabriksdirektor und Gönner im Museum in Teesdorf

Teesdorf würdigt einen seiner großen Söhne mit eigenem Museum.

Erstellt am 13. November 2021 | 05:23
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Feierliche Museumseröffnung: LAbg. Josef Balber, Bürgermeister Hans Trink, Pfarrer Marian Garwol, Alfred Artmäuer (Bürgermeister Günselsdorf) und Traiskirchens Vize Franz Gartner, Ehrenringträger der Gemeinde Teesdorf.
Foto: Wlasak

Hermann Broch zählt zu den bedeutendsten Dichtern des 20. Jahrhunderts. Weniger bekannt ist seine frühe Biografie. Sein Vater Josef Broch erwarb 1906 die Spinnereifabrik in Teesdorf, 1910 waren dort unter der Direktion von Hermann Broch rund 800 Arbeiter beschäftigt, von denen der spätere Literat sehr geschätzt wurde. Er errichtete unter anderem für die Belegschaft eine Bibliothek, spendete dem Arbeiterturnverein eine Turnhalle und den Kinderfreunden ein Heim.

Nach dem Verkauf der Fabrik 1927 studierte Hermann Broch Mathematik, Philosophie und Physik und wurde danach freier Schriftsteller. Nach Inhaftierungen während der Nazizeit konnte der zum Katholizismus konvertierte Jude unter anderem mithilfe von Albert Einstein in die USA emigrieren.

„Die Gemeinde Teesdorf hat ihm im Jahr 1966 erstmals ein Denkmal gesetzt, das 2009 neben dem Gemeindeamt einen neuen Standort erhielt“ Bürgermeister Hans Trink

„Die Gemeinde Teesdorf hat ihm im Jahr 1966 erstmals ein Denkmal gesetzt, das 2009 neben dem Gemeindeamt einen neuen Standort erhielt“, weiß Bürgermeister Hans Trink, SPÖ. Ebenfalls 1966 hat Familie Seitz, die sehr gute Kontakte zu Familie Broch pflegte, am Gemeindeamt ein Hermann Broch-Museum geschaffen. Aus Platzmangel wurde das Museum, das sich regelmäßig weltweiten Besuchs erfreut, in ein um 160.000 Euro neu errichtetes Ausstellungsgebäude ausgegliedert. Bei der feierlichen Eröffnung sprach der Ortschef großen Dank an Bund und Land NÖ für die großzügigen Förderungen aus.

Die umfangreiche Sammlung von Bildern, Schriften und Exponaten aus Brochs Privatbesitz wird von Kuratorin Angelika Mauersich verwaltet und kann nach Vereinbarung besichtigt werden.