Badenerin auf heikler Mission in der Antarktis. 23-jährige Greenpeace-Aktivistin aus Baden ist derzeit in der Antarktis unterwegs. Die NÖN erfuhr bei einem Gespräch via Satellitentelefon, um was es sich bei der Aktion handelt.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 27. März 2018 (05:30)
NOEN, Paul Hilton / Greenpeace
Sarah Scharf auf gefährlicher Mission. Die Studentin für Englisch, Biologie und Sport Lehramt findet Freiwilligkeit wichtig.

In eisigen Gewässern protestierten vorige Woche Greenpeace-Aktivisten für den Schutz der Antarktis vor der Krill-Fischerei. Die Umweltschützer harrten in einer Überlebenskapsel aus, die sie am Heck des ukrainischen Krill-Fangschiffes „More Sodruzhestva“ befestigt haben.

NOEN

Aktivistin Sarah Scharf aus Baden kletterte auf das Schiff und forderte mit einem Transparent: „Protect the Antarctic“ (Schützt die Antarktis). Zuvor dokumentierte sie gemeinsam mit den anderen Umweltschützern, wie das Fangschiff mitten in einem potenziellen Meeresschutzgebiet auf Beutezug ging.

Gefährliche Klettertour für Schwarz

Die Klettertour war nicht ungefährlich, schließlich haben die Matrosen mehrmals versucht, den Kletterhacken wegzustoßen, wie sie der NÖN via Satellitentelefon berichtet. Man solle sie doch ihren Job machen lassen, forderten die Männer. Scharf erklärte, sie nicht daran hindern zu wollen, nur die Öffentlichkeit auf die Situation hinzuweisen.

Greenpeace-Recherchen ergaben, dass in Österreich rund 50 verschiedene Krillöl-Tabletten im erhältlich sind – ein Milliardengeschäft. „Doch niemand braucht Krill aus der Antarktis, um den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken“, so Lukas Meus, Meeres-Sprecher bei Greenpeace in Österreich.

„Doch niemand braucht Krill aus der Antarktis, um den Bedarf an Omega-3-Fettsäuren zu decken“

Sarah Scharf ist überzeugt, dass nur große Schutzgebiete der Antarktis helfen könnten. Über Meeresschutzgebiete im Südpolarmeer entscheidet die internationale Antarktis-Kommission CCAMLR. Im Oktober steht ein Schutzgebiet zur Abstimmung, das mit einer Fläche von 1,8 Quadratkilometern rund 20 Mal so groß wie Österreich ist und das bisher größte Meeresschutzgebiet weltweit wäre. Wer die Initiative und Sarah Scharf unterstützen will, kann dies am besten hier tun:

www.greenpeace.at/antarktis