Beschwerde über Impfstraße in Baden

Erstellt am 04. Februar 2022 | 04:08
Lesezeit: 3 Min
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Marie-Therese Jutz, Leiterin der Impfstraße in Baden.
Foto: psb/sap
Mann aus Traiskirchen versteht Entscheidung der Ärzte nicht, seine 16-jährige Tochter nicht zu impfen.
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Ein Vater aus Traiskirchen machte gegenüber der NÖN seinem Unmut über ein Erlebnis in der Badener Impfstraße Luft. Eigentlich wollte er seine 16-jährige Tochter am 24. Jänner mit der dritten Impfung gegen Covid boostern lassen.

Die zweite Impfung war zuvor am 11. August erfolgt. Der Mann ist erbost darüber, weil der anwesende Oberarzt „im Rahmen des Aufklärungsgesprächs vor der Impfung eben diese verweigert hat. Die Weigerung erfolgte unter Berufung auf das nationale Impfgremium, das die Verabreichung der 3. Dosis bei Jugendlichen von 12 bis 17 Jahre erst nach 6 Monaten vorsieht und von diesem auch erst ab dem Zeitpunkt empfohlen wird. Trotz Hinweises unsererseits auf die bevorstehende Änderung der Gültigkeitsdauer des Grünen Passes wurde die Impfung nicht durchgeführt.“

Geimpft worden wäre das Mädchen nur, wenn die Tochter ausdrücklich der Impfung als Off-Label-Behandlung zugestimmt hätte „und eine entsprechende Verzichtserklärung für Impfschäden unterschrieben hätte“, sagt der Traiskirchner.

Für ihn ist es nicht akzeptabel, dass „jetzt der Fall eintritt, dass meine Tochter nicht vor dem 11. Februar geimpft wird. Da die Impfung erst danach erfolgt, fällt sie aber gleichzeitig mit diesem Datum unter die erheblichen Einschränkungen der Covid-19 Schutzmaßnahmenverordnung für Personen ohne 2G-Nachweis und muss die derzeit gültigen Bestimmungen hinsichtlich der Ausgangs- und Einkaufsbeschränkungen sowie ein Verbot des Betretens von Betrieben des Gastgewerbes und Beherbergungsbetrieben in Kauf nehmen“. Verschlimmert werde das Ganze eventuell auch dadurch, wenn die Tochter sieben Tage vor der Impfung noch an einer Infektionskrankzeit erkranken würde, damit würde sich der Impftermin noch weiter nach hinten verschieben. Außerdem trete am 1. Februar die Impfpflicht in Kraft.

Impfstraße hält sich an das Nationale Impfgremium

Die Leiterin der Badener Impfstraße Marie-Therese Jutz, betont, dass sich die Impfstraße streng an die Empfehlungen des nationalen Impfgremiums halten würde. Sie merkt an: „Ich habe mit dem Oberarzt gesprochen, der am 24. Jänner Dienst in der Impfstraße versehen hat. Er hat völlig korrekt gehandelt, weil Jugendliche bis 17 Jahren nur dann vor dem Ablauf der Sechsmonatsfrist geimpft werden, wenn ein triftiger Grund geltend gemacht werden kann. Das war in diesem Fall aber nicht gegeben, es lagen keine triftigen Gründe wie etwa eine Reise ins Ausland oder dergleichen vor. Die Tochter hat dann die Ausführungen des Arztes, der das Aufklärungsgespräch durchgeführt hat, im Gegensatz zu ihrem Vater auch akzeptiert.“

Für Kinder gilt die Gültigkeit der Impfzertifikate 210 Tage und damit sieben Monate lang, „bei einer Zweitimpfung am 11. August geht sich das locker aus“, betont Jutz. „Die 16-Jährige ist also seit dem 1. Februar keineswegs illegal unterwegs.“

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