Gregor Ruttner verlässt die BiondekBühne Baden

Nach fast 20 Jahren verlässt Gregor Ruttner die BiondekBühne Baden und steuert neue berufliche Häfen an. Er geht allerdings mit einem weinenden Auge.

Erstellt am 20. August 2020 | 04:22
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7910271_bad34af_ruttner_bb.jpg
Gregor Ruttner übergibt die Schlüssel zur BiondekBühne Baden an seine Nachfolgerin Fabienne Mühlbacher.
Foto: privat

„Das wird ein ganz besonderer Newsletter für mich“, schreibt Gregor Ruttner, von der BiondekBühne Baden (BBB), der seine Aufgaben als Geschäftsführer mit Ende August in die Hände seiner Nachfolgerin Fabienne Mühlbacher legt.

Und warum ist es so ein besonderer Newsletter? „Es wird der letzte sein, den ich für die BiondekBühne verfasse, seltsam ist es, ich bin beim Verein länger (Anm.d.Red: fast 20 Jahre), als es ihn offiziell gibt, meine Nachfolgerin ist sogar noch länger dabei“, sagt Ruttner, der seit 2001 dabei ist, 2003 war erst die offizielle Gründung.

Bereits mit zehn Jahren Teil der BiondekBühne

Ruttner war zehn Jahre alt, als er bei der BBB anfing: „Alles ordnete ich den Schauspielproben unter – gab es ein Festival, war ich ständig vor Ort“, erinnert er sich an seine Anfänge. Und als die Schule vorbei war, „war ich sowieso dauernd da.“

Ruttner professionalisierte seine große Leidenschaft, schloss ein Studium für Freizeit- und Theaterpädagogik sowie Coaching-, Personal- und Organisationsentwicklung ab und war die letzten fünf Jahre als Geschäftsführer, Vorstand und Spielleiter tätig; als Vorstand und Theaterpädagoge bleibe er der BiondekBühne weiterhin erhalten. Nun sei es allerdings an der Zeit, „meinen Fokus auf andere Projekte zu lenken, die BBB wird immer von junge Leuten getragen, für mich ist nun das perfekte Timing zu gehen“, sagt der Fast-30-Jährige, der am 13. August seinen 29. Geburtstag feierte.

Es zieht ihn weiter, in der österreichischen Bildungslandschaft, das Wichtigste bleibe aber weiterhin, „junge Menschen dabei zu unterstützen, ihre Potenziale zu entdecken und zu entfalten.“ Er habe am eigenen Leib erfahren, „was die Arbeit bei der BBB bewirken kann, ich sah immer das Potenzial, welches in dem Verein liegt, deshalb habe ich so viel Zeit hinein investiert.“ Was Ruttner in seiner „Amtszeit“ bewirkt hat, kann sich sehen lassen und wird in Zukunft seine Früchte tragen: „Das große Ziel war immer, den Raum, sich ausleben zu können, den wir jungen Menschen inhaltlich bieten können, auch physisch sichtbar zu machen.“

Die BBB sucht seit jenen Tagen, als der Gründungsort, das Gymnasium Biondekgasse, zu klein wurde, einen geeigneten Ort, ein eigenes Haus, wo sich alles gut ausleben lässt. Vor zwei Jahren machte Ruttner einen Vorstoß und sah eine Möglichkeit, das Theater am Steg für die Biondekbühne zu adaptieren. Es kam Dynamik in die Standortfrage und Anfang diesen Jahres kam die Zusage der Stadtgemeinde, dass die BBB Teil des neuen Bildungscampus werde.

Die BBB geht ohne Ruttner in neue Zeiten, gleich bleiben werde, dass „kontinuierlich junge Menschen, so viel Engagement und Herzblut aus Eigenantrieb und ohne Bezahlung in den Verein einbringen werden“, das habe ihn immer sehr fasziniert. Er habe es nicht selten erlebt, dass Mitglieder, die im jungen Alter bei der BBB waren, „mit dreizehn, vierzehn Jahren auf mich zu kommen und sagen, ‚ich will mitarbeiten, ich möchte was zurückgeben. Das war vor fünf Jahren so, das war letztes Jahr so“ und das wird so bleiben, „das zeichnet die BiondekBühne aus und bringt sie seit Jahren voran.“

Und was gibt Ruttner als „junger alter Hase“ seiner Nachfolgerin mit auf den Weg? „Leb dich aus!“ Und zum Abschied sagt es leise „Hello, Goodbye.“