Volksschule Sooss: Die Kinder dürfen nun bleiben. Rund um den Schulstart von vier Kindern gab es hitzige Debatten. Nun fand sich eine Lösung.

Von Roland Weber. Erstellt am 27. Juni 2020 (05:22)
Die Eltern Roman Ilk-Homm, Andrea Rabl-Wittmann, Michaela Hauer und Ricarda Posch-Steinacher zeigen sich erleichtert über die Lösung.
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Nach der Gemeinderatssitzung in Bad Vöslau schien eine friedliche Lösung in weite Ferne zu rücken. In einer emotionalen Debatte traten betroffenen Eltern an Bürgermeister Christoph Prinz, Liste Flammer, heran und warfen ihm vor, sie nicht rechtzeitig darüber informiert zu haben, dass ihre Kinder, die bereits für die Volksschule in Sooß angemeldet waren, nun doch nach Vöslau wechseln müssen.

„Sie haben nicht die Wahrheit gesagt und stellen die Familien vor vollendete Tatsachen“, warf Ricarda Posch-Steinacher dem Stadtschef vor. Dem widersprach Bürgermeister Prinz in der Sitzung und stellt klar, dass es im Vorfeld Gespräche gegeben habe und den Eltern rechtzeitig mitgeteilt worden sei, dass die Kinder nicht automatisch in Sooß bleiben können.

Warum kam es zu dieser Situation? In den letzten Jahren haben Kinder aus Bad Vöslau den Kindergarten oder die Volksschule in Sooß besucht. Dies war wegen der (jährlich schwankenden) Schülerzahlen notwendig. So konnten auch Kinder untergebracht werden, die in Bad Vöslau sonst keinen Platz gefunden hätten. Heuer haben sich die Zahlen bei den Volksschulkindern geändert und es wäre seitens des Schulsprengels Bad Vöslau nicht notwendig, Kinder nach Sooß zu schicken. „In erster Linie muss ich als Bürgermeister darauf achten, dass der Schulsprengel Vöslau-Gainfarn organisiert ist und Vorgaben erfüllt sind“, begründet Prinz.

Im Bedarfsfall weist auch die Bildungsdirektion die Kinder einer einzelnen Schule zu. „Als Gemeinde hat man hier kaum Spielraum. Natürlich bemühen wir uns, die sozialen und persönlichen Motive so gut es geht zu berücksichtigen. Das werden wir auch in Zukunft versuchen“, betont Prinz.

Nach der Gemeinderatssitzung folgten intensive Gespräche und eine Einigung mit den Eltern. In einem Dringlichkeitsantrag beschloss der Gemeinderat Sooß, einer Halbierung des Schulerhalterbeitrags zuzustimmen. Bad Vöslau erklärte sich bereit, die anderen 50 Prozent zu übernehmen. „Wir sind erleichtert und freuen uns, dass sich die Bürgermeister und alle Beteiligten so eingesetzt haben und die Kinder in gewohnter Umgebung mit ihren Freunden die Schule besuchen können“, freut sich Posch-Steinacher.

Die Sooßer ÖVP-Bürgermeisterin Helene Schwarz begrüßt die Lösung für die Kinder. „Die Zusammenarbeit und die gute Gesprächsbasis macht diese Lösung möglich.“

Stadtchef Prinz ist erleichtert, stellt aber klar, dass ab 2021/2022 alle Vöslauer Kinder, die den Kindergarten Sooß besuchen, in die Schulen in Vöslau zugeteilt werden und dieser Fall eine Ausnahme bleibe.