Nach Obduktion: 16-Jähriger erlitt 14 Messerstiche. Nach der tödlichen Auseinandersetzung unter Jugendlichen am Sonntagvormittag in Weigelsdorf (Bezirk Baden) hat das Landeskriminalamt NÖ die Befragung des Tatverdächtigen abgeschlossen. Dem Obduktionsergebnis zufolge wurden dem 16-Jährigen 14 Messerstiche zugefügt.

Erstellt am 28. März 2011 (11:50)
Einige Stichwunden waren am Rücken des Opfers, was an der Notwehrversion des - geständigen - 17-Jährigen zweifeln lasse, sagte Oberst Ernst Schuch am Montag. Tödlich war ein Stich ins Herz. Seitens des LKA werde er wegen Mordverdachts angezeigt.

Der 17-Jährige habe leichte Schnittverletzungen an der Handfläche, was darauf hindeute, dass er tatsächlich - wie er selbst angab - dem 16-Jährigen das Messer abgenommen hatte, als dieser ihn bedroht hätte. Der 16-Jährige dürfte das Küchenmesser die ganze Nacht bei sich gehabt haben - der Vater und der Großvater des 17-Jährigen erklärten nämlich laut Schuch, das Messer nicht zu kennen.

Alkohol war - zumindest zum Tatzeitpunkt - nicht im Spiel. Ein entsprechender Test habe einen minimalen Wert ergeben. Eine chemische Untersuchung soll noch Aufschluss über etwaige andere eingenommene Substanzen geben, was die Ermittler dem Eindruck nach, den der mutmaßliche - hörbeeinträchtigte - Täter gemacht habe, ebenfalls nicht annehmen.

Zum Auslöser für den blutig endenden Streit wiederholte Schuch Angaben von Sonntagabend. Demnach wollte der mutmaßliche Täter - nachdem beide die Nacht über auf Veranstaltungen gewesen waren - nach Hause, der 16-Jährige aber nicht. Die folgende Auseinandersetzung nahm einen fatalen Verlauf. Wegen einer eingeschlagenen Fensterscheibe soll es zwischen den in verschiedenen Orten wohnenden Burschen bereits einige Stunden zuvor Streit gegeben haben. Am Vormittag waren sie dann bei dem 17-Jährigen zu Hause in Unterwaltersdorf gewesen. Weil der Jüngere einen Streit mit dessen Großvater begonnen haben dürfte, warf der Vater beide Burschen hinaus und riet ihnen, sich niederzulegen. Am weiteren Weg kam es dann zur Bluttat.