Nach Schockerlebnis Happy End für Buben

Erstellt am 03. September 2015 | 05:42
Lesezeit: 4 Min
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Geländer begraben begrub Bub Zehnjähriger Berndorf Nach Schockerlebnis Happy End für Buben
Foto: NOEN, DIETMAR HOLZINGER
„Bub unter Geländer begraben“. Diese Meldung schockte ganz Österreich und führte zu wilden Spekulationen. Die Mutter des Jungen erzählt, wie es wirklich war.
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Diesen Sonntag (den 23. August) wird die Familie Tober aus Berndorf wohl niemals vergessen. Der Schock sitzt – trotz des Happy Ends – immer noch tief. Was ist passiert?

Der zehnjährige Sohn Jan sprang auf ein Ziergeländer, welches nachgab und ihn unter sich begrub. Dank rascher Hilfe von Stiefvater Rainer, Nachbarn und Spaziergängern konnte der Bub geborgen werden und er wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Allgemeine Krankenhaus nach Wien gebracht.

Jan hatte großes Glück im Unglück, denn er ist bereits wieder bei seinen überglücklichen Eltern zu Hause. Einige Blessuren erinnern den Buben noch an das Unglück.

NÖN.at hatte berichtet:

Etliche Medien veröffentlichten wilde Spekulationen zur Unfallursache, weshalb Jans Mutter, Jarka Tober, den Sachverhalt in einem NÖN-Exklusivinterview klarstellt.

NÖN: Frau Tober, warum ist es Ihnen ein Bedürfnis, über den Unfall zu sprechen?
Jarka Tober: Ich hätte niemals gedacht, dass die Medien einen solchen Zirkus aufführen würden. Schon am Montag vermittelte uns die Polizei die erste Presseanfrage, die wir aber ablehnten. Also suchten die Presseleute so lange in St. Veit herum, bis ihnen jemand Auskunft gab und sich den Sachverhalt offenbar einfach aus den Fingern sog. So tauchten bereits Montagabend die verschiedensten Versionen des Unfallherganges in den Medien auf. Am meisten störte mich aber dabei die Feststellung, dass wir nur deshalb nicht mit der Presse reden wollten, weil wir angeblich etwas zu verbergen hätten.

Wie meinen Sie das genau?
Es kamen rasch Gerüchte in Umlauf, dass wir an dem Unfall selbst schuld gewesen sein sollen.

„Die Rettung war blitzschnell da“

Und wie ist es wirklich passiert?
Mein Mann Rainer stellte vor einigen Tagen fest, dass das Ziergeländer vom Vorbesitzer unseres Hauses nur lose und unbefestigt hingestellt worden war. Wir sind durch Zufall draufgekommen, als wir das Geländer streichen wollten. Rainer wollte sofort Werkzeug holen und rief das unserem Buben noch zu. Jan meinte, dass er seinem Papa helfen wolle und er hängte sich mit einem Sprung auf das Geländer. Das ging alles so schnell, dass kein Mensch der Welt reagieren hätte können. Rainer sah nur noch, wie das Geländer samt Jan umkippte und in die Böschung fiel. Sofort rannte er hin und sah, dass der obere Geländerteil auf Jans Hals lag und er keine Luft bekam. Das Geländer war aber zu schwer und ließ sich nicht hochheben, deshalb schrie Rainer aus Leibeskräften um Hilfe. Glücklicherweise hörten drei Spaziergänger und unser Nachbar die Rufe und Jan konnte rasch befreit werden. Er befand sich in einem Schockzustand, war aber ansprechbar.

Welche Verletzungen trug der Junge davon?
Die Rettung war blitzschnell da und der Notarzt entschied, Jan mit dem Hubschrauber abtransportieren zu lassen, da er über starke Schmerzen im oberen Bauchbereich klagte und deshalb innere Verletzungen nicht ausgeschlossen werden konnten. Die Krankenhäuser in Baden und Wiener Neustadt wurden informiert, lehnten die Aufnahme allerdings ab. Erst vom AKH erhielten wir eine Zusage. Im Krankenhaus konnte uns der Arzt nach der Erstuntersuchung aber rasch beruhigen. Das Schlüsselbein war gebrochen und die Lunge hatte einen kleinen Riss, eine Operation wäre aber nicht nötig. Wir konnten Jan bereits am Freitag nach Hause holen und bedanken uns bei allen Helfern ganz herzlich.

Wie sieht Jan diese Sache?
Tober (lachend): Er hat den Unfall gut überstanden und meinte nur, dass so ein Hubschrauberflug schon „sehr geil“ sei. Ich kann aber gerne auf solche Flüge verzichten...

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