Irene „Ira“ Knechtel: „Ich bin fertig und traurig“. Badener Autorin bangt um Freund und ihre Pläne. Trotzdem Buchpräsentation am 14. Mai.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 14. Mai 2019 (11:16)
Chanaka
Ira Knechtel am Indischen Ozean in einer typischen Tracht von Sri Lanka, „Longhi“, genannt – fotografiert von ihrem einheimischen Liebhaber Chanaka.

Die schreckliche Terrorserie kürzlich in Sri Lanka mag weit weg sein, für eine Badenerin ist sie aber traurige Realität geworden. Autorin Irene „Ira“ Knechtel (64) hatte eigentlich vor, im Sommer nach Sri Lanka zu ziehen, um dort für eine längere Zeit zu leben.

Wie es dazu kam? Bereits in den späten Siebzigerjahren wuchs ihr die Insel (damals Ceylon), ans Herz. Jahrzehnte später reiste sie erneut nach Sri Lanka und lernte am Strand von Bentota den jungen, schönen Surflehrer Chanaka kennen, in den sie sich verliebte. Diese Liebesbeziehung ist der Hintergrund für ihren zweiten autobiografischen Roman „Vor uns der Ozean“, der im Herbst im Carina-Verlag herauskam und den Knechtel nun im Rahmen der Frühjahrsbuchwoche in Baden zum ersten Mal öffentlich präsentieren wollte.

Doch dann kamen jetzt die Selbstmordanschläge, die über 200 Tote unter der Christlichen Minderheit und unter Touristen verursacht haben. „Ich bin komplett fertig und so traurig!“, erzählt Knechtel und macht sich große Sorgen um Chanaka. Er arbeitet im Tourismus und leidet unter der angespannten Sicherheitslage mit Ausgangssperren. An einen Besuch in Baden anlässlich der Buchpräsentation war nicht mehr zu denken.

Die Lesung am 14. Mai um 19 Uhr im Haus der Kunst möchte Knechtel aber trotz der Angespanntheit wie geplant durchziehen. Die Schriftstellerin wird einige unterhaltsame Passagen aus ihrem neuen Liebes- und Reiseroman vorlesen, der vor allem in Sri Lanka, aber auch in Indien sowie auf einem Kreuzfahrtschiff im Indischen Ozean spielt. Zusätzlich stellt die passionierte Reisefotografin Fotos von Sri Lanka aus. „Auch wunderschöne Musik von der Insel wird es zu hören geben“, kündigt sie an.

Unklar ist derzeit nur, ob sie in den Sommermonaten Österreich tatsächlich verlassen wird, um für längere Zeit „in einem wunderschönen gemietetem Haus, direkt am Bentota-River“, schwärmt Knechtel, die Exotik ihres Traumlandes genießen zu können. Geplant wären in der Zeit aber auch ehrenamtliche Jobs, wie zum Beispiel der Englisch-Unterricht in Kindergärten und in Grundschulen der Umgebung.