Tragödie löst in Baden Debatte um Sicherheit aus. Nach dem tragischen Tod eines achtjährigen Buben wird nun die Verkehrssicherheit im Bereich des ÖBB-Parkdecks evaluiert.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 30. April 2019 (17:16)
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An der Ein- und Ausfahrt zum alten Parkdeck passierte der tragische Unfall. Der Zivildiener hätte von Pfaffstätten kommend wegen der doppelten Sperrlinie eigentlich nicht einfahren dürfen, um umzudrehen. Der ganze Bereich entlang der Parkdecks wird nun neu überprüft.
Thomas Lenger

Baden trauert um den achtjährigen Jakob. Der Bub ist vorige Woche beim Überqueren der Einfahrt zum alten ÖBB Parkdeck von einem Pkw überrollt worden und an seinen schweren Verletzungen gestorben. „Der tragische Tod macht fassungslos und ist vielen Badenerinnen und Badenern unglaublich nahe gegangen. Ich möchte der Familien und Freunden meine tiefste Anteilnahme in dieser schwierigen Zeit ausdrücken“, zeigt sich VP-Bürgermeister Szirucsek bestürzt.

„Der tragische Tod macht fassungslos und ist vielen Badenerinnen und Badenern unglaublich nahe gegangen."

Der Unfall führt nun zu einer Prüfung des Bereichs in der Dammgasse: „Die Verkehrssituation wird genau evaluiert und alle Maßnahmen getroffen, um solch ein Unglück zu verhindern. Ich habe Bezirkshauptfrau Sonnleitner und die zuständigen Ämter, um eine möglichst rasche Verhandlung gebeten und Maßnahmen im Sinne der Verkehrssicherheit zu treffen. Bereits am Donnerstag findet eine Besprechung statt, bei der die Umsetzung der Sicherheitsvorschläge der Stadt beraten wird.“

Auslöser für den tragischen Unfall war eine Unachtsamkeit eines 19-jährigen Zivildieners aus dem Bezirk Baden, der mit seinem Auto auf der Dammgasse Richtung Waltersdorfer Straße fuhr. Er bog trotz Linksabbiegeverbots und Sperrlinie nach links in den P&R Parkplatz beim alten ÖBB Parkdeck ein, um dort zu wenden. Zu der Zeit waren aber gerade auf dem Gehsteig eine 40-jährige Badenerin und ihr 8-jähriger Sohn mit Micro-Scootern Richtung Pfaffstätten unterwegs. Beim unerlaubten Einfahren übersah der Mann das Kind, das gerade die Einfahrt überquerte. Der schwer verletzte Bub wurde mit dem Notarzthubschrauber „Christophorus 3“ ins SMZ Ost geflogen, wo er einen Tag nach dem Unfall an den Folgen seiner schweren Verletzungen starb.

An der Unglücksstelle haben spontan viele Trauernde Grablichter entzündet und Abschiedsbriefe geschrieben. Der Volksschüler war auch eines der Erstkommunionskinder der Pfarre St. Stephan. Aus Anlass des tragischen Unfalls hat daher Stadtpfarrer Clemens Abrahamowicz vorigen Sonntagvormittag zur Gedenkmesse geladen und anschließend „für alle Menschen im Straßenverkehr um Hilfe und um den Segen“ gebeten.