Kottingbrunn: Fünf Jahre Himmers Sozialbus. Mit Herz und Ausdauer betreibt der Gemeinderat Helmut Himmer (1BFK) einen kostenlosen Fahrtendienst für Mitbürger.

Von David Steiner. Erstellt am 14. März 2021 (03:23)
Mit dem Sozialbus fährt Gemeinderat Helmut Himmer mit bedürftigen Mitbürgern zu Ärzten, Apotheken und Behörden. Durchschnittlich 18.000 Kilometer kommen jährlich auf den Zähler.  
Steiner, Steiner

Für viele Seniorinnen und Senioren werden alltägliche Wege zu Ärztinnen, Apotheken und Behörden im Alter zunehmend beschwerlicher. Der Verein „Sozial- und Generationenbus“ hat sich zum Ziel gesetzt, bedürftige & hilfsbedürftigen Menschen mit einem kostenlosen Fahrtendienst mehr Mobilität zu ermöglichen.

Der Sozialbus wurde im März 2016 von Gemeinderat Helmut Himmer (1BFK), damals Mandatar der Liste „Freiheitliche und Unabhängige“, ins Leben gerufen. Die Gemeinderätinnen Renate Herndl (SPÖ) und Ingeborg Steinhardt (ÖVP) halfen beim Aufbau der privaten Initiative. Im Juni 2016 kam es dann zur Vereinsgründung. Himmer sei es ein langjähriges Anliegen, dass die Gemeinde mehr für „die Alten“ da ist. „Die Menschen haben es sich verdient, dass man auf sie schaut“, betont der Gemeinderat, der „Bürgervertreter“ und nicht Politiker sein möchte. Den Anstoß für die Initiative gab ein politischer Konflikt.

Im Frühjahr 2016 arbeitet der Gemeinderat an einem Mobilitätsprojekt für Bürgerinnen. Für Himmer, damals Obmann des Sozialausschusses, gehen die Pläne in eine falsche Richtung. Der spätere „Gecko“, ein E-Bus der Gemeinde, soll nur im Gemeindegebiet unterwegs sein und auch den CCK-Wirtschaftspark an öffentliche Verkehrsmittel anbinden. In der begrenzten Reichweite sieht Himmer einen Nachteil. Er kauft aus privaten Mitteln ein Fahrzeug an und startet den „Sozialbus“.

Sozialbus-Streit hatte politische Folgen

Mehrere Gründe, darunter die Beklebung mit dem rechtlich geschützten Gemeindewappen führen zum Zerwürfnis mit Bürgermeister Christian Macho (ÖVP) und dem Gemeindevorstand. Himmer wird als Ausschussobmann abgelöst.

Nach dem anfänglichen Politikum kommen die Räder des Sozialbusses ins Rollen. Durchschnittlich 18.000 Kilometer legen Himmer und weitere Unterstützer mit dem Sozialbus jährlich zurück. In fünf Jahren wurden rund achtzig Personen, vierzig davon in regelmäßigen Abständen, zu Arzt- und Behördenterminen zwischen Neunkirchen und Wien gebracht. Der Sozialbus ist kostenlos.

„Wir wollen für jene da sein, die es sich nicht leisten können“, erklärt Himmer. Im Lockdown im Frühjahr 2020 habe er auch 120 Mahlzeiten ausgeliefert.

Was die Zukunft bringen mag? „Mein Herzenswunsch ist, dass ich gesund bleibe und dass die Leute, die wir transportieren durch den Transport gesünder werden.“ Neue Unterstützer hat Himmer mit seinen Nachbarn Silvia und Josef gefunden, die Fahrten übernehmen wollen.