Baden: Trauer um Josef Dietmann

Erstellt am 15. April 2020 | 05:32
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Langjähriger Geschäftsführer des Seminar- & Eventhotels Krainerhütte verstorben. Er war ein Pionier mit großer Neugierde und Entwicklungsdrang sowie mit starkem Charakter.
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Die Hotelszene und vor allem die Krainerhütten-Familie trauert um Josef Dietmann, der im 93 Lebensjahr verstorben ist.

Seine Kindheit hat er im Familienbetrieb in der alten Krainerhütte jenseits der Schwechat (später Kriegsopferheim) verbracht, den sein Großvater 1899 gegründet hat. Danach ging es auf Praxis unter anderem nach Bad Gastein und ins Hotel Sacher nach Wien. Selbstständig war er zuerst mit seiner ersten Frau Magda in der Cholerakapelle, danach hat er das Gasthaus zum Grünen Jäger übernommen und machte zuerst mit seiner Mutter und danach mit seiner zweiten Frau Annemarie aus dem Nobelrestaurant das 5-Sternehotel Restaurant Krainerhütte, wo die Prominenz, ja sogar Könige und Prinzen, das einzigartige Flair genossen.

Sein Fleiß und Bestreben, den Spuren seines Großvaters zu folgen, trieb ihn an, ein erfolgreicher Hotelier und Gastronom zu werden. Schon in frühen Jahren hat Dietmann kalte Limonaden entlang der Schwechat verkauft und errichtete dafür einen eigenen Eiskeller, damit die Getränke im Sommer kühl waren. Das war eine von vielen Innovationen, wie vor allem der großzügige 5-Sterne-Hotelbau in den 70er Jahren mit dem ersten Projekt von Architekt Straitz, vielen Detailplanungen, die er mit seinen Freunden Architekt Hartwin Bauer und Familie Schwarzott umgesetzt hat, etwa den ersten Seminarraum Niederösterreichs.

Josef Dietmann war ein erfolgreicher Hotelier, begeisterter Gastwirt, Freund vieler Gäste und hoher Persönlichkeiten. „Er war ein Pionier mit großer Neugierde und Entwicklungsdrang“, schildert sein Sohn Josef Michael Dietmann. Sein Vater ist viel gereist und hat aus der Ferne viele Innovationen mitgenommen. Das Spitzdach kam von Betrieben aus dem Salzburgerland und auch vom geliebten Südtirol hat er sich Ideen geholt. Wichtig war ihm die Familientradition. So hielt er Kontakt zur Verwandtschaft Sajowitz/Offner nach Kärnten, wo seine Mutter stammt. Auch das nahe Jesersko auf den Spuren seines Urgroßvaters mütterlicherseits hat er oft besucht.

„Er war ein harter Chef mit starkem Willen und großem Organisationstalent. Die Mitarbeiter haben ihn und sein Temperament sehr geschätzt und ihm die Treue gehalten“, weiß sein Sohn. Das letzte Mitarbeitertreffen liegt drei Jahre zurück – es waren 70 Leute aus mehr als 50 Jahren anwesend.

Zuletzt Traum erfüllt als Land- & Forstwirt

Seine große Leidenschaft galt der Jägerei die er bis zuletzt ausübte. Nebenbei war er viele Jahre in Maria Zell Land- und Forstwirt, wo er sich neben der Jagd um die Organisation der Holzfällung, der Vieh- und Heuwirtschaft und dem eigenen Strom gekümmert hat. Fit hielt er sich bis ins hohe Alter, nach der Übergabe des Betriebes 2002 an seinen Sohn und seine Schwiegertochter, mit täglichem Schwimmen in der Römertherme und Walkingrunden im Wald unter Anleitung seiner Lebensgefährtin Elfi Keil, die 40 Jahre die Seele an seiner Seite war und bis vor einigen Jahren die Café Pension Almschlössl in Baden geführt hat.

Sepp Dietmann war zweimal verheiratet und hinterlässt insgesamt fünf Kinder (Ingrid, Josef, Thomas, Barbara und Paul) und acht Enkelkinder (Sonja, Johanna, Evelyn, Jakob, Sarah und Franziska). „Ich bin sehr stolz auf meinen Vater und werde mit ihm immer in meinem Herzen verbunden sein“, erklärt Josef Michael Dietmann.

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