Gerhard Petric: Das Original lebt in Erinnerung weiter. Große Trauer um vielseitigen Musiker und ehemaligen Geschäftsmann Gerhard Petric.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 24. März 2020 (03:09)
Gerhard Petric war ein BadenerOriginal.
privat

Wie berichtet, trauert Baden um den beliebten Musiker und ehemaligen Unternehmer Gerhard Petric, der im 73. Lebensjahr unerwartet verstorben ist. Viele schätzten seinen fachlichen Rat und sein Wissen und waren Stammkunden im Farbenfachhandels- und Künstlerbedarfsgeschäft in der Wassergasse bis zu seiner Pension vor über zehn Jahren.

Lange war der einzigartige und vielseitige Entertainer in der Tanzmusik mit seiner Band „Patricks“ aktiv. In späteren Jahren gründete er gemeinsam mit Rainer Euller, Josef Schwabl, Wolfgang Pointner und Martin Holocher die Band „Solid Old“, deren Konzerte legendär waren. Seit 15 Jahren forcierte er jedoch eher Auftritte in kleineren Formationen. Oft trat er als Begleiter von Franz Födinger, Thomas Nestler, Markus Riedmayer und Franziska Stanner in Erscheinung.

Sein umfangreiches Repertoire begann bei Klassik und Operette, reichte über Wiener Lieder, Musicals bis zu Evergreens, Countrymusik, Jazz sowie Popmusik. Mit seiner Ziehharmonika hatte er gekonnt die schwersten Stücke einstudiert.

„Er war die treibende Kraft und hat viele Ideen gehabt und verwirklicht“

Auch in sportlicher Hinsicht war Petric ein bestimmender Faktor. So war er jahrelang Obmann der Sportunion Baden und aktives Mitglied beim Runden Badener Sportstammtisch. Gemeinsam mit seiner Gattin Helene tanzte er bei Werners Countryclub und hatte auch dort Auftritte. In der Mittelschule trat er dem k.ö.St.V. Badenia bei und war bis zum Tod Mitglied unter dem Namen „Pegi“. Weiters war er Mitglied im Kolpingverein und im Verein Vestenrohr-Karlstisch. Er gehörte auch zum Jahrgang der Biondekgasse, der bis heute ein monatliches Klassentreffen organisiert. In ewiger Erinnerung bleibt vielen sein Humor, seine Hilfsbereitschaft und Handschlagqualität.

Erschüttert zeigt sich SPÖ-Stadtrat Markus Riedmayer, für den Petric „ein väterlicher Freund“ war, mit dem er oft und gerne beisammen war. „Er war die treibende Kraft und hat viele Ideen gehabt und verwirklicht.“ Riedmayer hebt neben den musikalischen Qualitäten auch hervor, dass Petric ein sehr guter Maler und noch besserer Dichter war. Seine Leidenschaft waren die Schüttelreime. Zuletzt war er damit beschäftigt, die Gedichte für ein Buch niederzuschreiben.

Alle Vereine sind tief betroffen und erschüttert, da sie ihn als wertvollen Freund kennenlernen durften, seine gelassene Haltung zu den alltäglichen Problemen sehr geschätzt haben und vor allem seine unermüdliche Kreativität, sein künstlerisches Können und seinen überspringenden Witz und Humor geliebt haben. Sie haben ihm viel zu verdanken und durften seine große menschliche und soziale Einstellung kennenlernen.

In Anbetracht der aktuellen Situation wurde Gerhard Petric eingeäschert und wird zu einem angemessenen Zeitpunkt verabschiedet.