Einblicke in Sammlungen des Stiftes Heiligenkreuz

User-Beitrag von Christine Hollmann

Erstellt am 25. November 2021 | 08:23
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Foto: Stift Heiligenkreuz Sammlungen, christine.hollmann

In den letzten Jahren hat Kustos P. Roman Nägele OCist schon einiges aus den Sammlungen, für die er zuständig ist, präsentiert bzw. durch Fachleute präsentieren lassen, so etwa die Mineraliensammlung, die Daktyliothek, die Restaurierung von Glasfenstern des Kreuzganges und von Figuren der Lentner-Krippe, sowie die Glasharmonika und Raritäten aus dem Musikarchiv. Heuer ging es – traditionell am Nachmittag des Nationalfeiertags – um weitere interessante Themen:

HR Dr. Ralph Andraschek-Holzer ist Leiter des Topologischen Sammlung der Niederösterreichischen Landesregierung. Seinem Referat gab er den Titel „Ansichten der Zisterze Heiligenkreuz zwischen klösterlicher Repräsentation und touristischer Information“

Er zeigte zuerst Gesamtansichten des Klosters, meist aus leicht erhöhter Warte. Detailansichten. Teilansichten hatten oft den Turm der Abteikirche oder den „Hornturm“ als zentrales Motiv. Innenansichten des Klosterbereichs und der Abteikirche zeigten weitere Details.

Die Bearbeitung dieses Materials stehe erst am Anfang, sagt HR Andraschek-Holzer, zentrale Voraussetzung für weiter gesteckte Forschungsaufgaben sei die Erschließung des vorhandenen Ansichten-Materials.

Ein Fund in den Beständen des Stiftes war Grundlage für den 2. Vortrag: ein Karfreitagsoratorium des Komponisten Franz Gerhard Pruneder (1692 – 1764), Organist in Stift Heiligenkreuz von etwa 1712 bis zu seinem Tod.

Theaterwissenschaftler Dr. Matthias Pernerstorfer stellte in seinem Referat „Musiktheater am Karfreitag? Zu den Heiligenkreuzer Quellen aus dem 18. Jahrhundert“ Zusammenhänge zwischen den ursprünglichen Aufführungen der Oratorien und den später folgenden dialogischen Szenen bei Kreuzwegprozessionen her.

„Kammermusik von Franz Schubert zur Rekreation“, Werke für Klavier und Violine, sowie für Klavier zu 4 Händen, waren Höhepunkte, nicht nur zur Rekreation, sondern vielmehr als Musikgenuss. Es musizierten Johannes Pflegerl (Violine), sowie Anton Holzapfel und Luca Monti (Klavier).

Pläne für die Veranstaltung am 26. Oktober 2022 bestehen schon. Es wird um die Romanische Bausubstanz des Westtraktes der Stiftsanlage und deren repräsentative Nutzung gehen.