Bürgerliste leckt nach Wahl ihre Wunden. Jowi Trenner organisiert seinen Klub in Baden neu und gibt Marschrichtung vor. Kritik, dass Tourismus und Soziales keine eigenen Ausschüsse bilden.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 03. März 2020 (03:57)
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Der erweiterte Klub der Bürgerliste „wir badener“: Wolfgang Trenner, Rudolf Korbuly, Heidi Hofbauer, Sanin Hanusic, Jowi Trenner, Peter Koczan, Rudi Hofmann, Norbert Anton, Walter Fleischmann und Peter Böö.
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Stadtrat Jowi Trenner und sein Team der „wir badener“ wollen es nach der Wahlniederlage weiter wissen. In der Klubsitzung wurden die Weichen für die Zukunft gestellt. Statt der aus gesundheitlichen Gründen ausgeschiedenen Christine Witty wird Trenner selbst den Klub führen. Seine Stellvertreter sind Peter Koczan und Norbert Anton.

Schriftführerin ist nun Heidi Hofbauer. Die ehemalige SPÖ-Politikerin, die seit 2016 fraktionslos im Gemeinderat war, wird wie berichtet eine halbe Periode Stadträtin sein und die zweite Hälfte folgt ihr Rudi Hofmann nach, der zuletzt nach dem Rücktritt von August Breininger bereits Stadtrat der „wir badener“ war. Neuer Kassier der Bürgerliste wird Newcomer Sanin Hanusic, der dank 72 Vorzugsstimmen den Sprung in den Gemeinderat geschafft hat. „Er ist unser Sonnenschein“, schwärmt Trenner über „meinen Hoffnungsträger“.

In den Aufsichtsrat der Immo Baden GmbH werden Rudolf Korbuly und Wolfgang Trenner einziehen. Die neu geschaffene Event GmbH wird mit Peter Böö und Rudi Hofmann besetzt. In die Badener Bäder Betriebs GmbH kommen Jowi Trenner und Walter Fleischmann.

Drei Gründe für Trenner Ursache für Wahlpleite

Zur Gemeinderatswahl meint Trenner, er sei „persönlich schwer enttäuscht“, und führe die Niederlage auf mehrere Faktoren zurück, wie die Nichtkandidatur von August Breininger, den Bundestrend von Grünen und ÖVP sowie den Antritt der Bürgerliste von Marcus Meszaros-Bartak, der laut Trenner zuerst bei ihm einen Fixplatz haben wollte, den er ihm aber nicht geben konnte.

Trenner bedauert, dass die Wähler offenbar keine kritische Opposition wünschen. Er kritisiert auch die Plakatflut in Baden. Seine Liste hätte 38 Wahlplakate aufgestellt, die anderen Parteien „weit über 100“, sagt Trenner. „Ich hätte lieber ein Übereinkommen wie in Mödling, wo die Fraktionen auf einer kleinen Anzahl von Plätzen gemeinsam hängen können.“

Kritik üben Trenner & Co. an der Neuaufteilung der Gemeinderatsausschüsse. So komme das Wort „Tourismus“ nicht mehr vor. Vielmehr gehöre „Förderung des Fremdenverkehrs“ jetzt zum Ausschuss für Stadtplanung unter Hans Hornyik. Auch dass „Soziales“ in keinem Ausschusstitel mehr vorkomme, sondern zu „Jugend und Generationen“ gehöre, wird kritisiert. „Die sozial Schwächsten müssen aber wissen, wer ihre Ansprechpartner sind“, fordert Trenner.

Er bemängelt, dass die Aufteilung der Ausschüsse „ohne Miteinbeziehung“ anderer Fraktionen vorgenommen wurde. Bedauert wird auch, dass weiter 13 Stadträte im Einsatz seien und nicht wie vorgesehen neun. Besonders missfällt Trenner, dass Vizebürgermeisterin Helga Krismer nicht selbst den Ausschuss „Klima, Energie und Mobilität leite, sondern Christian Ecker, wodurch „weiterhin teure Mehrkosten“ verursacht würden.

Positiv äußert sich Trenner nur zum Plan der Stadtregierung, 1.000 neue Bäume zu setzen. Peter Koczan betont, sich weiterhin für einen Eislaufplatz in Baden einzusetzen. Heidi Hofbauer hinterfragt die Sinnhaftigkeit eines Frauenmuseums und plädiert für ein Kur-Museum in Baden.

Trenner kündigt an, weiter Kontrolle ausüben zu wollen, jedoch „nicht noch aggressiver werden“ zu wollen.

Christine Witty wurde übrigens „aufgrund ihrer Leistungen“ zur bislang einzigen Ehren-Obfrau der Bürgerliste gekürt, informiert Trenner.