VS Ebreichsdorf: Lidwina Unger ist neue Direktorin. Lidwina Unger aus Wr. Neustadt hat von Renate Klauninger das Zepter in der Volksschule Ebreichsdorf übernommen.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 06. September 2020 (04:04)
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Lidwina Unger aus Wiener Neustadt übernimmt die Leitung der Volksschule Ebreichsdorf.
privat

NÖN: Ist der Bezirk Baden als Wr. Neustädterin für Sie Neuland oder haben Sie im Laufe ihrer schulischen Karriere hier schon einmal gearbeitet?

Lidwina Unger: Eigentlich kehre ich zu meinen Wurzeln zurück, denn ich habe hier im Bezirk Baden zu unterrichten begonnen. Meine Stammvolksschule war jene in Unterwaltersdorf. Ich habe auch in der Neuen Mittelschule in Bad Vöslau, damals eine Sporthauptschule, Sport und Englisch unterrichtet und dann auch noch begonnen, Sonder- und Heilpädagogik zu studieren.

NÖN: Waren Sie dann auch in einer Sonderschule tätig?

Unger: Vor Beginn des Studiums habe ich in der Volksschule in Wr. Neustadt am Baumkirchnerring in der Nachmittagsbetreuung gearbeitet. Das hat mir so großen Spaß gemacht, dass ich die Möglichkeit ergriffen habe, die es damals gab, das Lehramt Volksschule berufsbegleitend dazu zu machen. Dann wurde ich gefragt, ob ich nicht wieder in eine Sporthauptschule wechseln will. Ich hatte damals aber schon mein Studium der Sonder- und Heilpädagogik in Wien begonnen und habe mich dann in die Sonderschule nach Wiener Neustadt versetzen lassen, wo ich auch zehn Jahre lang tätig war. Eine Zeit lang hatte ich sogar auch einen Dienstvertrag mit Volksschule und Sonderschule, weil ich auch das Hauswirtschaftslehramt gemacht habe und die beiden Schulen in einem Gebäude untergebracht sind. So habe ich in der Volksschule Ernährung und Hauswirtschaft unterrichtet.

NÖN: Aber schließlich haben Sie sich wieder für die Volksschule entschieden?

Unger: Nachdem ich selber drei Kinder habe und der Dienstplan Englisch, Turnen, Ernährung- und Hauswirtschaft mitunter große Lücken aufweisen kann – Englisch am Vormittag, Ernährung und Hauswirtschaft am Nachmittag – und mir das Arbeiten mit kleinen Kindern immer großen Spaß gemacht hat, bin ich an die Otto-Glöckel-Volksschule gewechselt, war dort vier Jahre lang Klassenlehrerin, die letzten sieben Jahre war ich in der Volksschule am Baumkirchnerring tätig.

NÖN: War der Schritt zur Direktoren-Funktion ein großer und wie bereiten Sie sich darauf vor?

Unger: Natürlich habe ich Respekt vor der neuen Aufgabe, es ist eine Herausforderung. Aber meine Vorgängerin Renate Klauninger hat mir sofort alle Türen geöffnet. Und eine meiner Töchter hat gesagt, ‚Mama, mach das!‘. Ich habe mir gedacht, wenn ich es jetzt nicht mache, dann tue ich diesen Schritt nicht mehr. Deshalb bin ich die letzten Wochen schon ständig in der Schule und bereite mich auf die Aufgabe vor.

NÖN: Gibt es einen Schwerpunkt, denn Sie setzen wollen?

Unger: Jetzt habe ich das erste Mal die Möglichkeit, die vielfältigen Erfahrungen aus meiner Schullaufbahn an der Spitze eines Teams umzusetzen. Klar ist aber auch, dass das erste Jahr für einen neuen Schulleiter einmal dazu da ist, die Schule kennenzulernen. In Zeiten von Corona ist es sowieso schwer möglich, im Vorhinein großartige Veranstaltungen zu planen. Ob diese stattfinden können, wird auch im Wesentlichen davon abhängen, ob Stornokosten zu bezahlen sind oder nicht.

NÖN: Auf welche Bereiche legen Sie in der pädagogischen Arbeit großen Wert?

Unger: Mein persönliches Steckenpferd sind Sport und Bewegung. Mein Lehrerherz hat höhergeschlagen, wie ich gesehen habe, dass es in der Volksschule zwei Turnsäle gibt. Das Wichtigste ist aber, dass das Kind im Mittelpunkt steht. Mein Motto heißt Beziehung statt Erziehung, denn nur wenn ein Lehrer eine persönliche Beziehung zu einem Kind aufbauen kann, wird es einen Lernerfolg geben.

NÖN: Welche Rolle spielen die Eltern oder Erziehungsberechtigten?

Unger: Wichtig ist, dass die Beziehung zwischen Schule und Elternhaus funktioniert. Das setzt voraus, dass die Eltern regelmäßig in die Schule eingeladen werden und der Kontakt gepflegt wird. Nächste Woche werde ich ein Gespräch mit der Elternvereinsvorsitzenden haben, damit der gute Weg zwischen Schule und Eltern fortgesetzt werden kann.

NÖN: Wie geht man als Direktorin mit der Corona-Situation zu Schulbeginn um?

Unger: Eine Schulschließung wäre das Worst-Case-Szenario, weil gerade die Volksschule von der Beziehung zwischen Lehrern und Kindern lebt. Aber ich sehe, dass das Team in Ebreichsdorf wirklich toll vorbereitet ist. Die Kollegen haben bei der ersten Schulschließung teils schon mit Videobotschaften gearbeitet, es ist das Programm School-Fox eingerichtet. Mein nächstes Ziel ist es, im Klassenforum zu eruieren, welche Kinder überhaupt die Möglichkeit haben, auf einen Computer zuzugreifen.