Memet Zeki Metin: „Der Mensch muss gut sein“. Memet Zeki Metin hat ein neues Buch geschrieben, in dem er einen Traum niederschreibt und ein intensives Plädoyer für die Menschlichkeit hält.

Von Sandra Sagmeister. Erstellt am 08. September 2017 (05:00)
Sandra Sagmeister
Memet Zeki Metin mit seinem neuen Buch „Ich heiße, Kurdistan“.

Es ist sein fünftes Buch in Folge. Diesmal nur auf Türkisch, da das Geld für die Übersetzung fehlt. Weltmensch Memet Zeki Metin sucht noch nach einem Verlag, der sein 311 Seiten starkes Buch verlegt. Aber eine kleine gedruckte Auflage liegt schon mal auf dem Tisch, und wartet darauf, gelesen zu werden: „Benim Adim, Kurdistan“ („Ich heiße, Kurdistan“) heißt sein Werk, wo er in einer Art Romanfabel einen friedlichen und demokratischen Staat Kurdistan beschreibt.

Zeki gilt als Mahner und Beobachter der Menschen, er sieht viel und bringt es in unzähligen nächtlichen Schreibsitzungen zu Papier. Lange denkt er nach, beobachtet und recherchiert, dann formen sich seine vielen Gedanken langsam zu einer Geschichte. Zeki Metins Bücher sind keine reine Unterhaltung. Sie haben stets eine tiefergehende Aussage, eine politische und gesellschafts-kritische Botschaft zugleich, auch wenn Zeki Metin sich von jeglicher Religion und Parteipolitik distanziert – er möchte kein Demagoge sein, er ist ein Weltmensch, und diese Idee treibt ihn seit bald 30 Jahren friedlich vorwärts.

Für ihn zählt nur „ein Mensch zu sein, ein guter Mensch“, der über die Grenzen von Politik und Religion hinweg seine Gedanken hat und umsichtige Handlungen setzt.

„Für mich zählt nur, ein Mensch zu sein, ein guter Mensch!“Memet Zeki Metin, Weltmensch

Schonungslos ist trotzdem seine Kritik, er spürt die Lüge und den Betrug sogenannter Eliten, die die Menschen bewusst lenken wollen: „Wir müssen endlich gescheiter sein als früher und uns besser überlegen, für was wir kämpfen“, nicht immer nur für Macht und Reichtum, so Zeki Metins Aufruf.

Die Wahrheit sehen und demokratisch agieren, das sind für Zeki Metin zwei wichtige Ansätze und er möchte diese ständige gegenseitige Provokation zwischen den Gesellschaftsgruppen nicht. In seinem Roman beschreibt er, wie man die sozialdemokratischen Werte Europas in einem Staat Kurdistan umsetzen kann. Er schreibt in der Ich-Form, schildert seinen Traum eines demokratischen Kurdistans – an seiner Seite ein Hund, mit dem Namen Mor, was auf Türkisch lila heißt. „Lila ist in der Türkei die beliebteste Farbe“, erklärt Zeki Metin den ungewöhnlichen Hundenamen.

Und Mor begleitet Zeki Metin den ganzen Roman hindurch, er ist sein bester Freund und „er versteht mich besser als jeder Mensch, er ist mein Schutzengel. Wir beide treffen in der Geschichte sogar den kurdischen Präsidenten.“

Metins Motto? Leben und leben lassen…

Leben und leben lassen, das gilt für Zeki Metin im direkten Zusammenleben, ist aber auch einer der wichtigsten Grundwerte für eine friedliche Gesellschaft. Europa sei auch deswegen so groß und stark geworden. „Allerdings gehen diese Werte in Europa momentan wieder zurück und ich sehe die Gefahr von Instabilität.“ Aber er hat ein Gegenmittel, sein Buch, weil „jeder, der diesen Roman liest, würde nie zu einem Fanatiker werden“, ist er überzeugt.

Und Zeki Metin wird sich weiter einsetzen für ein friedliches Zusammenleben, fernab von fanatischen Gedanken. Er lebt weiter eine einfache Lebensphilosophie: „Ein Mensch muss gut sein.“ Weiter betreiben möchte Zeki Metin auch seinen Weltmenschverein, momentan bereitet er die Gala am 10. Oktober im Kursalon in Bad Vöslau vor. Aber er überlegt, ob er weiter machen soll, zu groß seien die Steine, die ihm bei der Finanzierung seiner Projekte (z.B. sein Theaterstück „Wo ich lebe, dort ist meine Heimat“) in den Weg gelegt werden.

„Ich möchte weiter für mein Land und meine Heimat Österreich arbeiten, ich habe noch so viele Projekte auf Lager, aber ich sehe keine Möglichkeit, alles umzusetzen.“