„Baden geht voran“: Mobilitätskonzept kommt

Erstellt am 29. Juni 2022 | 05:32
Lesezeit: 5 Min
Baden setzt modernes Multi-Mobilitätskonzept um, unter Federführung der ÖBB. Via App Lieblingsfahrzeug buchen.
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In der Sitzung des Gemeinderates wurde am Dienstag die Vergabe einer Dienstleistungskonzession für ein Mobilitätspaket beschlossen. Eingebracht wurde sie als gemeinsamer Dringlichkeitsantrag von ÖVP und Grünen, der einstimmig auf die Tagesordnung gesetzt wurde. Als Umsetzungspartner fungiert ein Konsortium unter Federführung der ÖBB-Personenverkehr AG. Diese setzt als ‚ÖBB 360°‘ bereits mit drei weiteren Gemeinden (Korneuburg, Bad Ischl, Waidhofen/Ybbs) ähnliche Mobilitätsprojekte um. Geplanter Start ist Herbst 2022.

„Wir freuen uns, als Sieger dieser EU-weiten Ausschreibung, Baden noch mobiler zu machen.“

„Wir freuen uns, als Sieger dieser EU-weiten Ausschreibung, Baden noch mobiler zu machen. Über die neuen, integrierten Mobilitätsangebote kommen die Bewohner der Stadtgemeinde und ihre Gäste noch schneller und flexibler an ihr Ziel. Wenn die letzte, beziehungsweise erste Meile einfach zu bewältigen ist, wird das öffentliche Verkehrsangebot auch vermehrt genutzt“, wird Sabine Stock, Mitglied des Vorstandes der ÖBB-Personenverkehr AG, zitiert. „Baden tritt mit Baden.mobil in eine neue Phase der Mobilität ein und ist damit punkto urbaner Mobilität Vorreiter“, betont Bürgermeister Stefan Szirucsek (ÖVP).

Zentraler Dreh- und Angelpunkt des Badener Mobilitätskonzeptes ist die wegfinder App, bei der das Motto „Alles aus einer Hand“ umgesetzt wurde. Nutzern steht damit eine digitale Informations- und Buchungsplattform zur Verfügung, die alle Komponenten des Mobilitätspakets einfach zugänglich macht.

Über Start-Screen Mobilitätsangebote buchen

Über den Start-Screen können Routen gesucht und Mobilitätsangebote direkt gebucht werden. So können für die Routensuche etwa Start und Ziel sowie die gewünschte Abfahrts- oder Ankunftszeit angegeben werden. Die Suche liefert Ergebnisse zu Stationen, Adressen, wichtigen Plätzen und Einrichtungen. Neben Resultaten für den öffentlichen Verkehr werden auch weitere, zu der Suchanfrage passende Vorschläge, wie die Verfügbarkeit von E-Scootern, Fahrrad- und E-Bike Verleih, Car-Sharing, Taxis und On Demand-Verkehr, Fußwege, Park&Ride, Ladestationen und Ähnliches angeboten.

Zudem finden sich in den Routendetails auch weiterführende Informationen wie etwa die Darstellung des Routenverlaufs in der Karte, Tarifgestaltung und Ladestatus der E-Scooter oder auch die Anzahl verfügbarer Fahrräder. Wer bereits weiß, welches Verkehrsmittel er oder sie nutzen möchte, kann am Start-Screen die gewünschte Mobilitätsform direkt auswählen und den Buchungsvorgang starten. Ein besonderer Fokus wurde dabei auf Preistransparenz gelegt: Infos zu Gesamtpreis und Gebühren gibt es auf einen Blick, in den Details werden einzelne Positionen aufgeschlüsselt.

„Mit dem neuen Mobilitätskonzept bietet die Stadt Baden neben einer flächendeckenden Verfügbarkeit auch die Möglichkeit, in jeder Situation die individuell beste Lösung zu wählen“
Stadtrat Stefan Eitler

Die wegfinder App ist kostenlos als iOS und Android Variante in den Sprachen Deutsch und Englisch verfügbar. Während Radler den aktiven Part schätzen, bevorzugen andere das gemütliche Dahingleiten via E-Bike und E-Scooter, die Wahl kann aber auch auf das Auto fallen. „Mit dem neuen Mobilitätskonzept bietet die Stadt Baden neben einer flächendeckenden Verfügbarkeit auch die Möglichkeit, in jeder Situation die individuell beste Lösung zu wählen“, ist Stadtrat Stefan Eitler von den Grünen, der den Antrag präsentiert hat, überzeugt. Szirucsek zeigt sich stolz, „dass wir als erste Stadt Österreichs die Möglichkeit anbieten, E-Autos, Fahrräder und E-Scooter bedarfsgerecht über eine zentrale App zu nutzen.“

„Baden hat sich als erste Stadt getraut, eine europaweite Ausschreibung für ein größeres Mobilitätsangebot zu machen und kann Bürgern und Gästen ab Herbst neue Möglichkeiten anbieten.“
Helga Krismer

Auch Vizebürgermeisterin Helga Krismer, Grüne, betont Badens Mut zur Innovation unterstreiche die Kompetenz der Umsetzungspartner: „Baden hat sich als erste Stadt getraut, eine europaweite Ausschreibung für ein größeres Mobilitätsangebot zu machen und kann Bürgern und Gästen ab Herbst neue Möglichkeiten anbieten. Mit ÖBB und ihren Partnern haben wir jemanden, mit dem wir Angebote wie Scooter, Stadt- und Gästeräder sowie Gäste-Shuttledienste laufend weiter entwickeln können. Baden ist somit nicht auf einen Zug aufgesprungen, sondern geht als Lok voran.“

Über die fünf Jahre Vertragszeit ist ein jährlicher Pauschalbetrag von 452.000 Euro zu leisten. Um Förderungen, etwa beim Land NÖ wird angesucht. Für die nötige Infrastruktur und Werbung sind Gesamtkosten von 150.000 Euro vorgesehen. Dass die Verrechnung für 2022 außerplanmäßig erfolgt, hat in Reihen der Opposition für Kritik gesorgt. Letztlich wurde das Mobilitätskonzept mit Stimmen von ÖVP (mit Ausnahme von Rudolf Gehrer, der als einziger dagegen war), Grünen, SPÖ und FPÖ mehrheitlich beschlossen. „wir badener“ und NEOS enthielten sich.

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