Herbstlicher Frühling im Bezirk Baden. Die vergleichsweise niedrigen Temperaturen im März, April und Mai stellen die Landwirtschaft, aber auch Freizeiteinrichtungen und die Gastronomie vor Herausforderungen.

Von Simon Weiß und Elfi Holzinger. Erstellt am 02. Juni 2021 (05:41)
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Auch im Strandbad Baden ist der Besucherandrang infolge der kühlen Temperaturen überschaubar. Betriebsleiter Harald Gölles und Bademeister Gerald Steinacher sind aber mit dem Strandbad-Team gewappnet, falls die Temperaturen besser werden und das beliebte Bad überrannt werden sollte.
Fussi, Fussi

 Der heurige Frühling ist ein ungewöhnlich kalter. Zwar gibt es immer wieder kühlere Phasen, doch dieses Frühjahr ist eines der kältesten der vergangenen 30 Jahre, hatte es durchschnittlich zwei Grad weniger als gewöhnlich. Dies wirkt sich nicht nur auf das Gemüt der Menschen negativ aus. 

So erklärt Johann Krammel, Bezirksbauernkammerobmann des Bezirks Baden, inwiefern die hiesige Landwirtschaft ob des unbeständigen Wetters vor Herausforderungen steht: „Wir sind mit der Vegetation drei Wochen hintennach. In unserer Region wird beispielsweise Soja angebaut, welches eine Bodentemperatur von zehn Grad benötigt. Durch die Kälte entwickelt es sich nun verzögert.“ Potentielle Schäden könne man nicht ausschließen, vor allem Bio-Bauern seien betroffen. Das Unkraut entwickle sich unentwegt weiter, die angebauten Früchte jedoch wesentlich langsamer. Obwohl es vielen Mitbürgern so vorkommt, als würde es seit Wochen nur regnen, sei der Niederschlag insgesamt zu niedrig ausgefallen. „Im Großen und Ganzen kommen wir aber mit einem blauen Auge davon!“, konstatiert Krammel.

Bäder warten noch auf Ansturm der Gäste

Wetterabhängige Freizeiteinrichtungen wie Schwimmbäder verzeichneten ebenfalls schon erfolgreichere Frühjahresmonate. Das Berndorfer Erlebnisbad „Centrelax“ ist davon nicht ausgenommen, wie dessen Mitarbeiterin Andrea Decker erzählt: „Seit dem 20. Mai haben wir nun geöffnet. Bis jetzt waren aber noch nicht viele Gäste hier, die meisten kommen derzeit, um ihre Saisonkabinen einzuräumen.“ Ein paar Einzelne seien immer wieder anzutreffen, für große Besucherströme sorgten die badefeindlichen Temperaturen allerdings noch nicht. Dennoch zeigt sich Decker optimistisch: „Ich glaube, wir werden eine erfolgreiche Saison haben, das Bedürfnis nach Erholung besteht auf alle Fälle.“

Anders gestaltet sich die Lage im ebenfalls in Berndorf gelegenen „Café Stangl“. Dessen Eigentümer Oliver Stangl, meint euphorisch: „Die Eissaison hat zwar etwas später angefangen, aber entgegen aller Befürchtungen wegen des Wetters, läuft es überraschend gut an. Es ist außerdem schön zu sehen, dass die Vorliebe zu hausgemachten, regionalen Produkten wie unserem Speiseeis, in den vorherigen Jahren genauso angehalten hat und noch immer steigt.“

Zudem verirrten sich immer mehr Menschen aus anderen Bezirken oder gar Wien in die kleine aber feine Fußgängerzone Berndorfs. Im Allgemeinen leidet die Gastronomie jedoch unter den momentanen Witterungsbedinungen.

Gerhard Maschler, Inhaber des beliebten Traiskirchner „Gasthaus Maschler“ und Bezirkswirtesprecher sagt: „In den Gärten ist gar nichts los, das schlechte Wetter sorgte sicherlich für weniger Gäste, ist aber nicht der einzige Grund.“

Laut dem Gastwirt sei die Reservierungslage in den Restaurants und Wirtshäusern nämlich prinzipiell überschaubar, was auch daran liege, dass die geltenden Covid-Maßnahmen einige Gäste abschreckten. „Wir können nur hoffen, dass alles durch weitere Lockerungen im Sommer wieder besser wird!“, meint Maschler.

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