„kunstaspekt“ startet in Baden in neue Saison

Erstellt am 15. März 2020 | 03:58
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Die kunstaspekt-Künstlerin Elfriede Friesenbichler und Kunstaspekt-Obfrau und Künstlerin Christine Todt mit dem neuen Katalog. Am 10. April startet erst das neue Galeriejahr des Kunstvereins.
Foto: Sagmeister
Neue Saison Am 10. April startet „kunstaspekt“ mit der ersten Ausstellung im heurigen Jahr in der Galerie im Turm in ein neues Kulturjahr.
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Was gibt es für neue Kunstaspekte, darüber sprechen die Obfrau Christine Todt und Elfriede Friesenbichler im NÖN-Interview.

NÖN: „kunstaspekt“ ist aus dem regionalen Kunstleben nicht mehr wegzudenken, trotzdem schaut der Verein über den Tellerrand und knüpft Kontakte mit anderen Vereinen. Wieso und was bringt das?
Christine Todt: Die vorrangige Aufgabe eines Kunstvereins ist es, Kunst am Puls der Zeit zu vermitteln. Dazu ist der Kontakt mit Gleichgesinnten wichtig. Wir schauen deshalb nicht nur über den Tellerrand, sondern bewegen uns seit der Vereinsgründung vor 23 Jahren außerhalb dessen. Unser Focus liegt im regelmäßigen Austausch mit anderen Kulturinstitutionen aus dem In- und Ausland. Im heurigen Jahr führen wir einen Austausch mit dem slowenischen Kunstverein Likovno društvo aus Kranj durch. Der Vorteil eines Austausches ist, dass alle Mitglieder die Gelegenheit haben, an diesen Ausstellungen teilzunehmen und in einen Dialog mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zu treten. Dabei wird die eigene Positionierung hinterfragt und klarer definiert.

Welchen Stellenwert hat die Kunst in Baden?
Elfriede Friesenbichler: Seit je her ist Baden eine Kulturstadt! Längst wird Altbewährtes mit Neuem vermischt – es ergibt sich eine belebende Interaktion, die die Stadt in ein zeitgemäßes Licht rücken. In den vergangenen Jahren hat sich das Angebot erweitert. Die Akteure sind experimentierfreudiger geworden und haben mit ihren Projekten manchmal internationalen Anspruch. Wie der Publikumszuspruch beweist, wird dieses reichhaltige und vielfältige Angebot auch gerneangenommen.

Seit je her ist Baden eine Kulturstadt!

Welche Impulse setzt „kunstaspekt“ in der Badener Kunstszene?
Elfriede Friesenbichler: Unsere Unabhängigkeit erlaubt es uns, neue Ausstellungsformen zu testen, innovative Formate zu entwickeln und Künstler und Themen zu präsentieren, die nicht immer in der Kunstszene etabliert sind. Wir stellen uns der Herausforderung, mit unseren Projekten spezifische, unverwechselbare Akzente zu setzen, Inhalte in der Sprache der Zeit zu vermitteln und dabei den Weg zum Publikum zu finden und zum Diskurs anzuregen.

Auch die Kunst digitalisiert sich immer mehr, wie äußert sich das für Sie?
Friesenbichler: Die Digitalisierung schreitet hurtig voran und hat längst alle Bereiche unseres Lebens erfasst! So auch die Kunst! Vormals analoge Bildkunst wie Druck, Malerei und Fotografie werden digital weitergeführt und haben gemeinsam mit Medienkunst auch in unserem Programm ihren Niederschlag gefunden: Video-Sequenzen, Bildbearbeitungen, Installationen, Mixed Media-Objekte, eine „digitale Assistentin“ – die Bandbreite der in unserem Ausstellungsraum gezeigten digitalen Arbeiten ist groß.

Wie halten Sie sich auf dem Laufenden in Sachen Kultur?
Todt: Dies machen Künstlerinnen und Künstler auf verschiedene Art und Weise. Während die einen keinen Besuch diverser Biennalen und Kunstmessen auslassen, verlassen andere kaum ihr Atelier, um sich nicht diversen Reizüberflutungen auszusetzen und dadurch in ihrem Kunstschaffen blockiert zu sein. Manchmal habe ich den Eindruck, dass der Besuch „der Biennale“ Künstler in einen Kreis Auserwählter und Eingeweihter erhebt. Der Besuch ausgewählter Ausstellungen ist durchaus empfehlenswert.

Wohin möchten Sie den Verein programmatisch weiterentwickeln?
Todt: Unser bewährtes Konzept mit acht Ausstellungen jährlich werden wir weiterführen. Dies ist anders auch nicht möglich, da wir im Winter aus heizungstechnischen Gründen eine Winter- und im Sommer eine Hitzepause machen müssen. Dadurch ist ein straffes Programm vorgegeben. Bei unseren kuratierten Vereinsausstellungen wird ein Thema vorgegeben. Dies gilt jedoch nicht für Gastaussteller und unsere new Member.

Welche Ausstellungen sind heuer geplant und gibt es eine thematische Leitlinie?
Todt: Bereits im Oktober des vergangenen Jahres haben wir als erste Badener Kulturinstitution den 250. Geburtstag Ludwig van Beethovens zum Anlass genommen, mit unseren Arbeiten Bezug auf Beethoven und sein Werk zu nehmen und zeigten im Haus der Kunst die Ausstellung „Beethoven reloaded“ – Teil 2 der Ausstellung folgt im Oktober des heurigen Jahres. Der Schwerpunkt bei unseren Gastausstellungen liegt heuer bei Künstlerinnen und Künstlern aus Kärnten und Slowenien. Vor 100 Jahren fanden die Volksabstimmungen über den Verbleib Kärntens bei Österreich statt. Zu erwähnen ist die Ausstellung: „Süd trifft Ost – vier Exponenten aus Kärnten“ mit dem bei uns bekannten Künstlerehepaar Doris Libiseller/KlausHollauf und den aus Südkärnten stammenden Künstlern Gernot Schmerlaib und Fritz Unegg.

Wo liegen die Schwierigkeiten Ihres Vereins?
Friesenbichler: Dank der Unterstützung der Bezirkshauptmannschaft Baden und des Landes Niederösterreich sind wir in der glücklichen Lage über einen eigenen Ausstellungsraum zu verfügen. Auch von der Stadtgemeinde Baden werden wir gefördert. Unsere finanziellen Spielräume sind trotzdem sehr eingeschränkt. Mit tatkräftiger Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer, kann der Verein gut geführt werden – aber nicht immer ist es einfach, Mitarbeiter für die Vorstandsarbeit zu motivieren…

1. Ausstellung im heurigen Jahr: 10. bis 19. April „sich entpuppen - Metaphern in Bild und Objekt“, Gastausstellung mit Michaela Fliedl der BV Galerie Klagenfurt.

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