Unmut über WC-Sperre in Baden. Als Covid-19 Prävention bleiben die öffentlichen Toiletten am Brusattiplatz weiter gesperrt. Maßnahme wird von vielen kritisiert, Stadtchef verweist auf Infektionsgefahr.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 04. Juni 2020 (05:10)
Die geschlossene WC-Anlage.
Fussi

Seit der Coronakrise ist die WC-Anlage am Brusattiplatz gesperrt. Besucher werden gebeten, ihre Notdurft in den umliegenden automatischen Toiletten im Rathaus, Josefsplatz, Doblhoffpark oder Kurpark zu verrichten. Doch der Unmut wächst, vor allem bei Standlern am Grünen Markt und der Gastronomie am Platz.

So zählte „Badener Eck“-Wirt Peter Böö in den vergangenen Tagen 28 Menschen, die nicht Gäste seines Gasthauses waren. Er brauche nun eine eigene Klofrau, die sich um die Hinterlassenschaft kümmern muss. „Hier ist Handlungsbedarf notwendig. Gott sei Dank kommen keine Touristen mit Bussen nach Baden“, sagt dazu der Badener Journalist Peter W. Surovic, der häufig am Grünen Markt unterwegs ist. Dutzende Personen hätten sich bereits gemeldet und ihren Unmut mitgeteilt.

Peter Böö ist über vermehrte Besucher auf seinem WC verärgert.
Surovic

VP-Bürgermeister Stefan Szirucsek verweist darauf, dass die Toiletten zur Eindämmung der Infektionsgefahr geschlossen seien, da sie nicht nach jeder Benutzung desinfiziert werden können. Im Übrigen hätten die Hüttenbetreiber einen eigenen Schlüssel für eines der WCs, den sie an die Kundschaft weitergeben könnten. Allerdings würden die Toiletten nicht gereinigt werden und seien „momentan besonders grauslich“, kontert Nadine Pernjak, die am Grünen Mart die „Kostbar“ betreibt. Das WC sei kein Renommee für die Stadt. Und es könne nicht sein, dass die Marktwirte für die Reinigung einer öffentlichen Toilette zuständig sein sollen.

Ungerecht finde sie auch, dass nun eines der WCs am freitägigen Wochenmarkt geöffnet sei. „Für den Genussmarkt wird aufgesperrt und für die Gastro, die das ganze Jahr Abgaben zahlt, nicht? So geht man mit Unternehmern nicht um“, sagt sie.