Bausperre soll Zeit für neue Regeln schaffen. Oberwaltersdorf Bausperre verfolgt das Ziel, Anzahl der Wohneinheiten pro Grund zu beschränken. Einstimmiger Beschluss.

Von Sonja Pohl. Erstellt am 07. Februar 2017 (05:00)
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Vizebürgermeister Günter Hütter, Bauausschuss-Vorsitzender Gerhard Izso und Bürgermeisterin Natascha Matousek vor dem Erlass zur Bausperre.
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Angesichts der Tatsache, dass Oberwaltersdorf im Ballungsraum Wien in einem der schnellst wachsenden Gebiete Europas liegt, ist es notwendig, ein nachhaltig strukturiertes Ortsentwicklungskonzept zu erstellen.

Dreh- und Angelpunkt sind der Flächenwidmungsplan und die Entwicklung eines Bebauungsplans für das gesamte Oberwaltersdorfer Siedlungsgebiet, um ein Regelwerk zur Hand zu haben, das definierten Zielvorgaben entspricht.

„Oberwaltersdorf hat nicht zuletzt aufgrund seiner Lage im Grüngürtel hohe Lebensqualität. Diese auch für die kommenden Generationen zu erhalten, ist Sinn und Zweck der künftig im Bebauungsplan fixierten Maßnahmen“, erklärt Bauausschuss-Vorsitzender ÖVP-Gemeinderat Gerhard Izso. In diesem Gremium arbeiten alle Fraktionen mit.

Teilbebauungspläne fixiert

Als erstes wurden sogenannte Teilbebauungspläne fixiert. „Dazu wurde das Gemeindegebiet in Zonen eingeteilt, für deren künftige Bebauung nun die entsprechenden Rahmenbedingungen festgehalten werden“, ist auch VP-Bürgermeisterin Natascha Matousek (ÖVP) überzeugt von der Notwenigkeit dieses Schritts.

„Schließlich ist die eigene Wohnqualität, ja sogar der Wert des Eigenheims, mitunter davon abhängig was am Nachbargrundstück passiert“, unterstreicht die Ortschefin.

Bauvorhaben sollen daher in Zukunft unter Beachtung von sinnvollen, ortstypischen Grundstückskonfigurationen ins Ortsbild passen und sich hinsichtlich ihrer Anordnung, Höhe und ihres Volumens harmonisch in das Erscheinungsbild der jeweiligen Siedlungscharakteristik einfügen, wozu auch eine (teilweise) Beschränkung der maximalen Wohneinheiten pro Grundstück festgeschrieben wird.

Bewilligung muss Kriterienkatalog entsprechen

Als Regulierung wurde nun im Gemeinderat eine Bausperre beschlossen. Der Beschluss zur Erlassung einer Bausperre erfolgte in einer kurzfristig einberufenen Sitzung einstimmig. Die ersten beiden Siedlungsgebiete, für die nun ein Bebauungsplan erarbeitet wird, sind die Schlossseen und der Bereich ab der Bründlgasse bis zum Ortsende in Richtung Tattendorf.

„Um die Zielvorgaben für diese beiden Gebiete nun erarbeiten zu können und zugleich sicherzustellen, dass zeitgleich keine Bauvorhaben realisiert werden, die diesen zuwiderlaufen, wurde für die beiden Siedlungsgebiete eine Bausperre verhängt“, erklärt Ausschussvorsitzender Izso.

Die Bausperre bedeute nicht, dass überhaupt nicht gebaut werden darf. Sondern es müsse die Bewilligung einem Kriterienkatalog entsprechen, zu dem auch eine 30-prozentige Bebauungsdichte zählt. „Für neu geschaffene Grundstücke gilt eine minimale Grundstücksfläche“, führt Izso aus.