Duo erfand Armband: Abstand halten ohne Stress. Spezielles Armband zweier Gründerinnen macht das Distanzwahren leicht. Verkauf ist gestartet.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 09. Januar 2021 (05:55)
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Die Gründerinnen Edith Schuller und Manuela Müllner bekamen Besuch von Nationalratsabgeordneter Carmen Jeitler-Cincelli aus Baden.
Sonja Pohl

Die beiden Oberwaltersdorferinnen kommen aus dem sozialen Bereich, Manuela Müllner arbeitete bei der Kriminalpolizei, Edith Schuller im pädagogischen Bereich. Schuller ist, was das umsetzen von Start-up-Unternehmen betrifft, nicht unerfahren, wollte sie doch mit ihrer Plattform „Nice Life“ durchstarten, doch dann kam Corona und durchkreuzte alle Pläne.

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So sieht es aus, wenn das Armband gelb leuchtet.
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Bei „Nice Life“ wird Pädagogen im Falle von Gewalt an Kindern Unterstützung geboten. Sei es bei Mobbing in der Schule oder in Krisen- und Gewaltsituationen. Und Kinder standen auch an erster Stelle, als Müllner und Schuller die Idee hatten, mit ihrer neuen Gründung „feelfri“ ein Armband zu entwickeln, das auf eine positive, spielerische Weise dabei hilft, die in Pandemiezeiten gebotene Distanz zu wahren.

Müllner berichtet: „Wir haben bemerkt, dass Kinder und Jugendliche mit diesen eineinhalb Metern, die es gilt, Abstand zu halten, nichts anfangen können. Es ist klar, dass wir nicht miteinander kuscheln sollen, aber immer nur Angst schüren und daran erinnern, einer anderen Person nicht zu nahe zu kommen, das macht ja was mit den Kindern, und gerade hier wollten wir ansetzen.“ Aber ohne Registrierung, ohne, dass Daten kontrolliert werden oder dass eine App heruntergeladen werden muss.

„Mit ‚feelfri‘ soll nicht die punktgenaue Messung der Distanz im Fokus liegen.“Manuela Müllner betont, dass es um normale Erinnerungen geht und die aktuelle Situation einfach viel Stress auslöse

Das 26 Gramm schwere Armband funktioniert mit Low Energy Technologie und einer Bluetooth-Verbindung. Es wird entweder mittels Silicon-Armband wie eine Uhr am Armgelenk oder mit einem Band als Schlüsselanhänger etwa um den Hals getragen.

Kommt das Armband mit einem weiteren im Nahbereich in Kontakt, reagiert es mit einer einmaligen kurzen Vibration und leuchtet pulsierend wie ein Herzschlag in gelber Farbe, bis sich die beiden Träger wieder voneinander entfernen. Müllner betont: „Mit ‚feelfri‘ soll nicht die punktgenaue Messung der Distanz im Fokus liegen.“

Bei vielen Menschen löse die momentane Situation Stress aus. „Feelfri soll einem einfach erinnern, wenn man sich zu nahekommt. Durch das warme, gelbe Licht werden Begegnungen wieder positiv assoziiert. Die Menschen lächeln und machen gerne einen Schritt zurück“, sind die Unternehmerinnen überzeugt.

Dabei war die Entwicklung der Software des Armbands ein viel aufwendigerer Prozess, als die beiden Gründerinnen erst gedacht haben. Das führte dazu, dass sich die Beiden mittlerweile ausschließlich ihrer Erfindung widmen, die mithilfe von Studierenden der TU-Wien und Graz sowie der Unterstützung ihrer Familie Realität wurde. Auch haben die Beiden schon eine Firma gefunden, die das „feelfri“-Armband herstellt.

„Gibt Heiterkeit und positives Denken zurück“

Von den Vorzügen ihres Produktes sind Schuller und Müllner überzeugt: „Wir wollten ein Gadget ins Leben rufen, das uns wieder etwas Heiterkeit und positives Denken zurückgibt und uns gleichzeitig an die Pandemie erinnert. Auch dann, wenn es vielleicht schon eine Impfung gibt, soll die Farbe Gelb mit ihrem Leuchten signalisieren, dass wir die Pandemie überwinden.“

Die erste Serie der Armbänder trifft Ende Jänner ein. Für das Wachstum ihres Projektes sind die beiden Unternehmerinnen noch auf der Suche nach den entsprechenden Investoren.

Das Produkt vielversprechend findet Nationalratsabgeordnete Carmen Jeitler-Cincelli, ÖVP, die die beiden Gründerinnen in Oberwaltersdorf besuchte.

Und auch Bürgermeisterin Natascha Matousek, ÖVP, steht hinter dem Projekt und vermittelte bereits wertvolle Kontakte zu Unternehmen und Vereinen. „Wir wollen auch im nächsten Schritt gezielt Elternvereine ansprechen, auch haben wir schon eine Schule im Weinviertel gefunden, die mit uns eine Kooperation eingeht“, erzählt Müllner. Das Armband kostet 30 Euro und ist über die Homepage der beiden Oberwaltersdorferinnen bereits zu beziehen.