Nach dem Flieger ein Ferrari. Das Luxusauto war zwar sehr fein, aber doch ein wenig zu teuer. 15-Jähriger, der auf „etwas zu großem Fuß“ lebte, fasste bei Gericht eine bedingte Strafe von 14 Monaten aus.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 19. Dezember 2017 (04:36)
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Im heurigen September kam er mit gemeinnütziger Arbeit davon, weil er unerlaubt ein Flugzeug am Bad Vöslauer Flugplatz in Betrieb genommen hatte, diesmal ging die Sache nicht mehr so glimpflich aus.

Ein erst 15-Jähriger Oberwaltersdorfer stand wegen schweren und gewerbsmäßigen Betruges vor Gericht, weil er am 4. November in der Steiermark einen Ferrari „gekapert“ hatte. Der junge Mann soll vorgegeben haben, sowohl einen Führerschein als auch die nötigen Mittel für das 176.000 Euro teure Vehikel zu haben. Er verleitete das Autohaus zum Abschluss eines Kaufvertrages und einer Probefahrt, die mit einem Essen im Lokal endete. Dazu der junge Angeklagte: „Ich gab vor zu telefonieren, nahm den Schlüssel und verließ das Lokal. Dann bin ich nach Wien gefahren.“ Am Weg dahin tankte er noch, ohne Geld dabei zu haben und blieb der Mitarbeiterin der Tankstelle die Rechnung schuldig. Der Wagen wurde in Wien im Halteverbot abgestellt und dann abgeschleppt.

Zusätzlich warf die Staatsanwaltschaft dem 15-Jährigen mehre Zechprellereien in Nobellokalen in Wien vor, unter anderem eine Party um 19.500 Euro. „Dort kostet die Flasche Champagner 600 Euro“, so der Angeklagte. Er sei mit ein paar Freuden hingegangen und es wären noch weitere Bekannte dazu gestoßen. „Damals hatte ich aber nicht einmal 120 Euro am Konto.“ Insgesamt soll er Gastronomen um über 30.000 Euro geprellt haben.

15-Jähriger einige Wochen in Haft

Danach befragt, weshalb er „solche Sachen“ mache, erklärte er, dass er bis vor zwei, drei Jahren mit seinem Vater viel unterwegs gewesen sei. „In guten Lokalen und beim Kartfahren. Seit einem Jahr haben wir keinen Kontakt mehr. Ich wollte den Lifestyle aufrechterhalten und bei meinen Freunden dazugehören.“

Mittlerweile musste der 15-Jährige einige Wochen in Haft verbringen, was ihn „zum Umdenken“ gebracht habe. Er wurde zu 14 Monaten bedingter Haft verurteilt. Außerdem erging die Weisung für Bewährungshilfe und dass er bei seiner Mutter zu wohnen hat, die auch jederzeit über seinen Aufenthaltsort informiert sein muss.

 

 

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