Drei Jahre Haft für 100 Euro Beute. Drei Beschuldigte zu mehrjährigen Haftstrafen wegen eines Autoeinbruches mit hundert Euro Beute verurteilt.

Von Tina Jedlicka. Erstellt am 16. Oktober 2014 (10:34)
NOEN, APA
Drei verdächtige Personen hatten zwei Damen am 1. August in Oberwaltersdorf beobachtet. Kurze Zeit später wurde der Einbruch in einen PKW entdeckt. Die Kriminalbeamten konnten die drei mutmaßlichen Täter rasch ausforschen, die sich wegen des Autoeinbruchs nun vor einem Schöffensenat am Landesgericht Wiener Neustadt verantworten mussten. Gewerbsmäßiger Einbruchsdiebstahl, lautete die Anklage der Staatsanwaltschaft.

Bei Zwischenstopp Supermarkt gesucht

Der Erstbeschuldigte, der auch bereits die meisten Vorstrafen aufweist, soll Drahtzieher gewesen sein und gestand seine Tat. Alle drei seien gemeinsam mit dem Auto aus dem Ausland angereist, seien auf der Durchreise gewesen. Bei einem Zwischenstopp in Oberwaltersdorf habe er einen Supermarkt gesucht.

„Die anderen haben auf mich im Auto gewartet. Sie haben nicht gewusst, wo ich bin. Dann habe ich beobachtet, dass eine Frau aus ihrem Auto ausgestiegen und weg gegangen ist“, erzählte der Angeklagte.

Scheibe eingeschlagen und Tasche gestohlen

Da habe er sich die Tasche geschnappt. „Ist die auf der Straße gestanden? Die werden Sie ja wohl aus dem Auto gestohlen haben“, bohrte die Vorsitzende nach. „Ja, ich habe mit einem Werkzeug die Scheibe eingeschlagen und die Tasche heraus genommen“, erzählte der Mann schon ein wenig ausführlicher.

„Und warum haben Sie einen Schraubenzieher mitgehabt?“ versuchte die Richterin den Mann zum Reden zu bringen. Doch dieser zuckte nur mit den Schultern.

„Gehen Sie immer mit Werkzeug in den Supermarkt?“ versuchte sie es erneut. Auch auf diese Frage bekam die Vorsitzende keine Antwort. Der Zweibeschuldigte, der ebenfalls mehrfach vorbestraft ist, zeigte sich nicht geständig. Der dritte, der bisher unbescholten war, meinte kryptisch: „Ich fühle mich schuldig.“

Drei Jahre Haft setzte es nach Beratung des Schöffensenates für den Erstbeschuldigten, die Strafen der beiden Komplizen wurden bedingt – unter Setzung einer Probezeit von drei Jahren – nachgesehen. Das Urteil ist auch schon rechtskräftig.