Spielgeld löste Prozess aus. Skurriler Prozess um Falschgeld-Weitergabe: Oberwaltersdorfer landete vor Gericht, nachdem er 700 Euro Spielgeld Bauhof-Mitarbeitern gab. Freispruch für „schlechten Scherz“.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 12. September 2017 (03:24)
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Falsche Euro-Scheine lösten Verfahren aus.
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Mit einem Freispruch endete ein ungewöhnlicher Prozess am Neustädter Landesgericht. Ein unbescholtener 41-jähriger Oberwaltersdorfer musste sich wegen der Weitergabe nachgemachten Geldes, nämlich eines 500-Euro- und zweier 100-Eure Scheine, verantworten.

Der Mann gab zu, Spielgeld seiner Kinder – legal im Internet bestellt und sofort als solches zu erkennen – am Bauhof einem Mitarbeiter gegeben zu haben.

Er habe im Vorfeld schon mehrmals Probleme mit der Gemeinde gehabt. Am 19. Mai sei er kurz vor Schließung um 18 Uhr mit Sperrmüll zum Bauhof gekommen, wo zwei Mitarbeiter noch Dienst hatten. Während einer sagte, für heute sei es zu spät, erlaubte sein Kollege das Abladen. „Dafür wollte ich ihm 10 Euro geben, die er nicht annahm, also steckte ich sie ihm in die Hosentasche und machte mich an die Arbeit. Ich hörte noch, wie der andere Mann zu ihm sagte, dass er das Geld nicht annehmen darf und dass er erwiderte, dass er es an mich zurückschicken wird, was auch passiert ist.“

Er habe abgeladen und sich dabei über den so wenig entgegenkommenden Mitarbeiter sehr geärgert. „Als ich mich ins Auto setzte, sah ich auf der Rückbank die 700 Euro in Spielgeld von meinen Kindern. Die nahm ich, ging in den Personalraum, legte ihnen das Geld auf den Tisch und sagte zu dem anderen Mitarbeiter, ,hier das ist für dich‘. Zu seinem Kollegen sagte ich noch ,das ist sein Spielgeld’ und ging.“

„Wer drückt dir schon Scheine in die Hand?“

Die Zeugen bestätigten die Geschichte und gaben beide an, sofort gewusst zu haben, dass es sich um Spielgeld handelt. „Wer drückt dir schon drei Scheine einfach so in die Hand?“, so der Eine. Sein Kollege meinte vor Gericht: „Ich denke dass es Provokation oder ein schlechter Scherz war.“ Beide sagten aus, dass die falschen Scheine sofort im Papierkorb landeten. Ein Zeuge weiter: „Am Montag lagen sie am Schreibtisch vom Chef und die Dinge nahmen ihren Lauf.“ Womit sich ein schlechter Scherz zu einem Gerichtsprozess entwickelte.