Unternehmer wurde von falschem Erfinder betrogen. Unklarheiten über Lack-Patent. Unternehmer wurde von falschem Erfinder betrogen. Haftstrafe für 61-jährigen Deutschen.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 19. Juni 2018 (04:55)
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Symbolbild

Er habe, so die Staatsanwaltschaft, gegenüber einem Geschäftsmann behauptet, dass er das Patent für einen keimfreien Lack namens „MCB32“ habe. Auf diese Weise handelte sich der Angeklagte eine Anstellung im Unternehmen des Geschäftsmannes sowie eine 24-prozentige Beteiligung an der Firma heraus. Außerdem soll der Angeklagte ohne Berechtigung Kaufverträge über drei Autos der Marke „Jaguar“ für die Firma abgeschlossen haben.

Nun stand der 61-jährige Deutsche vor Gericht. Der mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann bekannte sich „nicht schuldig“ und erklärte, dass er davon ausgegangen sei, dass er zum Pkw-Ankauf berechtigt war. Was das Patent betrifft, so „hatte ich eine E-Mail mit der Zusage, dass ich es in Österreich verwerten darf“. Diese Mail sei allerdings nicht mehr auffindbar.

Wichtiges Mail ist verschwunden

Was seine genaue Aufgabe in der Firma war, konnte im Prozess nicht so genau definiert werden. Der Angeklagte erklärte, dass er weitere Tests mit dem Lack, durchführen lassen wollte. Außerdem sei er für das Marketing zuständig gewesen. Auf den Hinweis des Richters, dass einerseits die Farbe marktreif gewesen sei, doch andererseits weitere Tests nötig gewesen wären: „Es war immer noch in Vorbereitung.“ Der Deutsche gab vor Gericht zu, dass er seinem Arbeitgeber verschwiegen hatte, dass das Produkt in Deutschland bereits verkauft werde.

Das Opfer und sein Anwalt erklärten nun vor Gericht, dass der Angeklagte behauptet habe, er hätte MCB32 entwickelt und wolle es vermarkten. Dazu der Unternehmer: „Er zeigte Kopien der Prüfzertifikate, aber immer ohne den Namen des Inhabers. Er sagte, es sei zu seinem Schutz, damit ich ihn nicht betrügen könne.“ Frage des Richters an den Angeklagten: „Stimmt es, dass Sie sagten, dass Sie alle Rechte haben?“ Antwort: „Das kann ich nicht mehr sagen.“

Das Urteil: 18 Monate, davon 12 bedingt. Es ist noch nicht rechtskräftig.