Eigentum ist im Bezirk Baden gefragt wie nie. Wo es im Bezirk leistbare Baugründe für private Einfamilienhäuser gibt, und wo sie besonders teuer sind!

Von Simon Weiß. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:16)
Baugrund NÖ
OGM

Eine aktuelle OGM-Analyse hat untersucht, wie viele Quadratmeter Baugrund mit einem Jahresgehalt leistbar sind (Grundstückspreise in Relation zum Einkommen). Das Ergebnis: Für Häuslbauer wird die Situation im Bezirk Baden immer schwieriger, nur an den Grenzen des Bezirks ist Bauland noch erschwinglich.

Immobilienexperte Andreas Hornyik aus Baden erläutert: „Zu Beginn der Krise war ich der Meinung, dass die Immobilienpreise zurückgehen werden. Doch das war eine Fehleinschätzung, wenn man sich die Grundstückspreise im Bezirk ansieht. Da ist der Quadratmeter Bauland kaum noch unter 500 Euro zu bekommen.“

Es sei extrem viel Geld am Markt, junge Leute in ihren 30igern hätten Angst, dass die Preise noch mehr steigen werden „und Immobilien dadurch komplett unleistbar werden“, weiß Hornyik. Auf der anderen Seite sei das Angebot aber auch knapp. „Wer mit offenen Augen durch die Stadt Baden fährt, bemerkt, dass viele Immobilien leer bleiben. Die Leute sagen sich, ich muss zum jetzigen Zeitpunkt nicht verkaufen. Wenn sich nichts ändert, das heißt, wenn das Angebot knapp bleibt und die Kredite billig, wird sich an der gegenwärtigen Situation nichts ändern“, sagt der Experte. In der Stadt Baden müsse man mit Quadratmeterpreisen von mindestens 700 bis 800 Euro rechnen.

Die Stadtgemeinde Ebreichsdorf sei laut Bürgermeister Wolfgang Kocevar (SPÖ) eine klassische Zuzugsgemeinde. Er erzählt: „Die Wohnbauten errichten wir großteils, um den eigenen Bedarf an Wohnraum für unsere Jungfamilien und Jungbürger abzudecken. Ansonsten besteht Zuzug aus den umliegenden Gemeinden, aber auch aus Wien.“

Meisten Flächen sind im Besitz von Privaten

Bebaubare Flächen in Ebreichsdorf gehören zu einem großen Teil Privatbesitzern. Der Quadratmeter koste somit mittlerweile etwa 250 Euro. Mit seinen rund 11.500 Einwohnern sei die Stadtgemeinde bereits gut ausgelastet, meint der Bürgermeister: „Es vergeht kein Jahr, in dem die Gemeinde nicht mindestens ein bis zwei neue Kindergartengruppen bildet. So erweitern wir gerade die Sonderschule, im Vorjahr haben wir in der Mittelschule mehr Platz geschaffen und nächstes Jahr steht eine Erweiterung der Volksschulen Weigelsdorf und Unterwaltersdorf an.“

Eine ähnlich beliebte Wohngemeinde ist der Weinort Pfaffstätten. Der Preis pro Quadratmeter Baugrund liegt hier bei rund 430 Euro und somit höher als jener in Ebreichsdorf. Pfaffstättens Bürgermeister, Christoph Kainz (ÖVP), erklärt die hohen Kosten folgendermaßen: „Pfaffstätten besitzt allgemein eine starke Infrastruktur und ausreichend Platz für die Kinderbetreuung. Zudem verfügen wir beispielsweise mit der Badner Bahn über eine gute Verkehrsinfrastruktur, und Fauna und Flora bieten eine hohe Lebensqualität.“

Wer sich in Alland im Wienerwald niederlassen möchte, muss dafür ungefähr so viel Geld in die Hand nehmen wie für ein Grundstück in Ebreichsdorf – der Quadratmeterpreis bewegt sich hier zwischen 230 und 250 Euro.

Leistbare Bauplätze finden sich auch in der Marktgemeinde Seibersdorf. Für einen Quadratmeter Bauland müssen hier etwa 120 Euro bezahlt werden. Bürgermeisterin Christine Sollinger (ÖVP) erklärt: „Wir bekommen jeden Tag Anfragen bezüglich der Vergabe von Bauplätzen. Großartig wachsen wollen wir aber nicht mehr, die derzeitige Größe ist optimal.“

Umfrage beendet

  • Wie viel würdet ihr für einen Quadratmeter Bauland ausgeben?