Neun Künstler stellen in Traiskirchen aus

Erstellt am 16. Juli 2022 | 04:15
Lesezeit: 3 Min
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Eine kleine Kunstdelegation auf dem Weg durch Traiskirchen: Die Kuratorin Michaela Geboltsberger, die polnische Künstlerin Alicja Rogalska, Gemeinderat Robert Eichinger, KOERNOE Projekt-Leiterin Helga Kusolitsch, die deutsche Künstlerin Anna Witt und Bürgermeister Andreas Babler mit Tochter.
Foto: Nadja Tröstl
Traiskirchen präsentiert internationale Open Air Kunstinstallationen.
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Traiskirchen setzt in puncto Kunst und Kultur mit einer Open-Air Gemeindeausstellung und außergewöhnlichen Installationen, einem Rundgang und neuem Leitsystem, einprägsame, neue Schritte, die Solidarität großschreiben. Neun internationale Künstler aus der Ukraine, Russland und den USA präsentieren ihre Werke und bringen mit multimedialen Darstellungen neue Akzente in die Stadt. An besondere Orte.

Von dem Badner-Bahn- Bahnhof bis zum Garten der Begegnung beim Erstaufnahmezentrum, dem Flüchtlingslager, einer der wichtigsten Stationen im Leben vieler Geflüchteter, die nach Österreich kommen, wird Kreatives ans Tageslicht gebracht. Traiskirchen ist ein Industriestandort, der mit der Semperit eine lange Geschichte hat, an der an allen Ecken und Enden der Weinbau floriert und der in eine neue visionäre Ära blickt. Eine Ära der gelebten Asylpolitik und Solidarität.

Paradigmenwechsel soll eingeleitet werden

„Wir leiten einen Paradigmenwechsel in die Wege, um die existierende Parallelgesellschaft aufzulösen, sie zivil zu bekämpfen und politisch auch die Grenzen unsichtbar zu machen“, sagt Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ). Der Ort ist für viele Flüchtlinge wichtiger Treffpunkt, auch bezüglich der Nähe zu Wien, mit einer Station als wichtigem Knotenpunkt, an der die russische, aus St. Petersburg stammende Künstlerin, Anna Jermolaewa eine Videoinstallation zeigt, in der sie eine Woche auf einer Parkbank am Wiener Westbahnhof lebte, ehe sie im Erstaufnahmezentrum Unterbringung fand.

„Wir haben uns damit beschäftigt, wie man Solidarität und auch Asylpolitik neu denken kann“, ergänzt die Kuratorin des Projektes Michaela Geboltsberger.

„Mit einem neuen in der Farbe Pink gestaltetem Leitsystem werden Wege durch die Open Air Kunstschau gewiesen und es gibt wöchentliche Führungen durch die Stadt“, sagt Helga Kusolitsch, die das Projekt Kunst im öffentlichen Raum Niederösterreich (KOERNOE) begleitet. Die polnische Künstlerin Alicija Rogalska ist mit ihrer Textilcollage in Kooperation mit vier afghanischen Schneidern überdimensional über dem Eingang zu den Stadtsälen. Das Thema ist „Alteration“, eine Änderung auf allen Ebenen. Hergestellt aus getragener Kleidung sieht man nun Nachdenkliches zum Thema „Ungleichheit, Ungerechtigkeit, Unmenschlichkeit. Europas neue Kleider“.

Die deutsche Künstlerin Anna Witt zeigt zudem in der Arkardia- Fußgängerzone in einem Schaufenster ihr in einem Workshop mit Jugendlichen entstandenes Video „Kontrollstation“.

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