Kottingbrunn will Vergangenes bewahren. Gemeinsam mit Bürgern sollen Schlossmuseum & Archiv attraktiviert werden.

Von David Steiner. Erstellt am 04. Mai 2021 (03:23)
Eine „Correspondez-Karte“ mit Kottingbrunner Motiven des einst heimischen A. Mattaus-Verlags aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.
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Tausende Mopeds rollten zwischen 1958 und 1962 von den Fließbändern der Halleiner Motorenwerke (HMW) in Kottingbrunn. Zumindest eines davon hat die Marktgemeinde bis heute nicht verlassen. Das „HMW 50N“, eine Leihgabe der Familie Helmut Rabacher, ist eines von zahlreichen Zeugnissen vergangener Tage, die sich im Schlossmuseum Kottingbrunn der Nachwelt präsentieren.

Mit Bürgerbeteiligung soll das Schlossmuseum nun noch attraktiver gestaltet werden. Dazu lädt die Marktgemeinde am Dienstag, 1. Juni, um 19.30 Uhr in den Festsaal des Wasserschlosses ein. An diesem Abend steht die historische Aufarbeitung der Geschichte Kottingbrunns im Mittelpunkt. Aufgrund der Pandemielage wird um Voranmeldung im Bürgerbüro gebeten.

Bildungsausschuss-Obfrau Helene Stinakovits (ÖVP) entdeckte Erinnerungsstücke auf ebay.
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„Mit der Bevölkerung gemeinsam Gschichtl‘n, Anekdoten und historische Informationen aufzeichnen und für die Nachwelt erhalten, ist eine wichtige Aufgabe jeder Gemeinde“, betont die geschäftsführende Gemeinderätin Helene Stinakovits (ÖVP). Ein erstes Ziel ist es, das Schlossmuseum zugänglicher zu machen. In den Sommermonaten soll das Museum zusätzlich zum zweiten Samstag im Monat jeden Sonntagnachmittag für Besucher offenstehen.

Zur Unterstützung des Museumsteams und zur Pflege des Gemeinde-Archivs werden ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht. Mit gemeinsamen Engagement soll das Museum zu einem Ort der Begegnung von Jung & Alt werden, der auch den Spagat zwischen klassischer und digitaler Geschichtsvermittlung schafft, so die Vision von Stinakovits.

Auf Schatzsuche im Web und am Dachboden

Schlossmuseum und Archiv leben zudem von Leihgaben und Fundstücken. Wer beim Entrümpeln von Dachböden und Kellern auf alte Dokumente, Fotos oder andere Erinnerungsstücke mit Kottingbrunn-Bezug stößt, kann diese als Leihgabe oder Schenkung nach telefonischer Voranmeldung bei Helene Stinakovits im Schlossmuseum abgeben. Die Bildungsgemeinderätin ist selbst schon auf Ebay fündig geworden und hat zwei Kottingbrunn-Postkarten aus der Mitte des 20. Jahrhunderts erstanden. „Ich freue mich, wenn so Dokumente und Fotos für zukünftige Generationen erhalten werden können“, meint Stinakovits.