„Alpenkrimi“ am Hocheck

Erstellt am 07. Mai 2022 | 06:02
Lesezeit: 3 Min
Weiterhin keine Einigung zwischen Hüttenbesitzer ÖTK und Pächter Malte Hadwiger. Im Juni ist nächster Verhandlungstermin.
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„Obwohl der Pachtvertrag im Oktober letzten Jahres beendet wurde, nutzt der ehemalige Pächter das Hocheck weiterhin als Ersatz-Wohnsitz. Mehrere Gerichtstermine waren anberaumt, zu keinem ist der Hüttenwirt erschienen“, erklärt ÖTK-Geschäftsführer Michael Platzer. Zuletzt konnte sich der ÖTK mit seinem Anwalt auf einen Räumungsvergleich einigen. Aber kurz vor Räumungstermin habe Malte Hadwiger den Vergleich widerrufen und mitgeteilt, er sei erst nach Bezahlung einer fünfstelligen Summe bereit, das Hocheck zu räumen. Ein neuer Verhandlungstermin ist für Juni angesetzt.

„Auf Nachfrage teilt der Hüttenwirt mit, dass er nicht daran denkt, das Hocheck zu verlassen. Immer wieder betont er, dass er ‚Veranstaltungen mit 300 Gästen‘ plane. Der Gewerbebehörde ist bekannt, dass Malte H. das Gastgewerbe ohne Konzession betreibt. Der Hüttenwirt umgeht das Gewerberecht, in dem er ‚Speis und Trank gegen Spende‘ verlangt“. Hadwiger prelle so den ÖTK „um dringend notwendige Pachteinnahmen zur Erhaltung der alpinen Infrastruktur“. In sozialen Medien trete er als „Retter des Hochecks“ auf und betreibe verschiedene Domains mit Bezug aufs Hocheck-Schutzhaus und das Triestingtal.

Die Schutzhütte sei wie jedes Jahr wegen Wintersperre geschlossen und auch so ausgeschildert. „Malte H. wurde dabei ertappt, wie er in der Nacht ein solches Hinweisschild gewaltsam aus der Verankerung riss und entwendete“, berichtet Platzer. Es wurde Strafanzeige erstattet. Trotz Wintersperre wurde die Straße aufs Hocheck von Hadwiger befahren. „Am Abend des 8. März rutschte er mit dem Fahrzeug ab, verlor die Kontrolle und überschlug sich im Gelände. Bäume verhinderten Schlimmeres. Er stieg unverletzt aus und verließ den Unfallort. Auf der Ladefläche befanden sich ungesicherte Treibstoff-Kanister. Die Feuerwehr musste das völlig zerstörte Auto aus dem Wald ziehen und bergen. Auch in diesem Fall ermittelt die Polizei“, schildert Platzer. Die Situation sei auf jeden Fall „ein gewaltiger Schaden für den ÖTK, die Region und für die vielen Wanderer, die sehnlichst auf die Wiederbelebung des Hochecks warten“. Der ÖTK habe das Schutzhaus zur Pacht ausgeschrieben. Das Interesse sei sehr groß, so Geschäftsführer Platzer: „Es wird einige Zeit dauern, das schöne Ausflugsziel zu revitalisieren“.


Pächter Malte Hadwiger steht der Situation gelassen gegenüber und bereitet sich auf eine Saison vor: „Ich habe hier am Hocheck alles vorbereitet und auf Vordermann gebracht, um am 6. Juni neu durchstarten zu können. Ich hoffe, dass nicht irgendjemand irgendwelche Probleme im Sinne aller heraufbeschwört, der einen Betrieb einschränken würde. Ich habe nach wie vor einen gültigen Gewerbeschein zur Betreibung einer Schutzhütte von der BH-Baden und freue mich auf die kommende Saison“.

 

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