Letzte Maßnahme: Lockdown als Notbremsung im Bezirk Baden

Bezirkspolitiker aller Fraktionen über Lockdown, Impfpflicht und die Demos.

Erstellt am 24. November 2021 | 04:32
Coronavirus Symbolbild
Symbolbild
Foto: Savanevich Viktar/shutterstock.com

Altenmarkts Bürgermeister Josef Balber, ÖVP, Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des NÖ Gemeindebundes blickt der gegenwärtigen Lage realistisch entgegen: „Ich sehe die Notwendigkeit eines neuerlichen Lockdowns, ich bin kein begeisterter ‚Zusperrer‘ aber bei diesen hohen Zahlen von Erkrankten geht es nicht anders. Unser Problem ist, dass erst 65 Prozent der Bevölkerung voll geimpft und 10 Prozent genesen sind, die restlichen 25 Prozent verursachen diese hohe schwere Infektionslage.“

Eine Impfpflicht würde er „durchaus angemessen finden, anders werden wir die Pandemie nicht in den Griff bekommen. Dass geplant ist, den vollständig Immunisierten ihre Bewegungsfreiheit wieder früher zurückzugeben, finde ich als gerecht“. Balber hofft: „Wenn wir diese paar Wochen diszipliniert durchstehen, steht hoffentlich einem friedlichen, frohen Weihnachtsfest nichts im Wege.“

„Auch ob Schülerinnen und Schüler nun in die Schule gehen dürfen oder nicht, wurde nicht klar kommuniziert und spiegelt das Regierungschaos wider.“ Andreas Kollross Nationalratsabgeordneter, SPÖ

Eine Lockdown-Notwendigkeit sieht auch Nationalratsabgeordneter und GVV-Gemeindesprecher Andreas Kollross, SPÖ: „Es ist leider notwendig, dass man diese Maßnahme trifft. Es ist deswegen notwendig, weil es ein Regierungstotalversagen gegeben hat, aufgrund dessen wir in diese Situation geschlittert sind, in der es keine Alternative mehr gibt. Hätte der Altkanzler die Pandemie nicht für beendet erklärt und stattdessen die Impfkampagne forciert, hätten wir ebendiese Situation jetzt wohl nicht. Auch ob Schülerinnen und Schüler nun in die Schule gehen dürfen oder nicht, wurde nicht klar kommuniziert und spiegelt das Regierungschaos wider.“

SPÖ-Nationalratsabgeordneter Andreas Kollross
SPÖ-Nationalratsabgeordneter Andreas Kollross.
 
Foto: privat

Krismer enttäuscht über geringe Impfbereitschaft

Dass der Lockdown unausweichlich war, davon ist auch Helga Krismer von den Gründen überzeugt: „Es gibt derzeit keine anderen Maßnahmen als den Lockdown, die uns helfen würden die Spitäler nicht zum Überlaufen zu bringen. Das ist angesichts der Dramatik alternativlos. Die Impfpflicht betreffend bin ich sehr enttäuscht, dass wir es in Österreich als Gesellschaft nicht aus freiwilliger Kraft geschafft haben, uns eine notwendige Impfquote zu erarbeiten. Auch hier ist es das aller letzte Mittel, um etliche Tote zu vermeiden.“

FPÖ-Bezirksparteiobmann Peter Gerstner vertritt die offizielle Linie seiner Partei: „Die Impfpflicht ist generell abzulehnen. Ich weiß auch nicht, wie diese mit den europäischen Grundrechten zu vereinbaren ist. Noch dazu ist die Wirkung der Impfung nicht zu 100 Prozent garantiert, da es einige Geimpfte gibt, die einen Impfdurchbruch haben und somit trotz Impfung krank werden.“ Der Lockdown wäre die einzige Möglichkeit, die Lage zu entschärfen, nachdem man die Entwicklungen im Vorhinein verschlafen habe.

Landtagsabgeordneter Helmut Hofer-Gruber von den Neos befindet: „Die Regierung hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt und viel zu spät und schlecht reagiert. Man hätte früher mit den gängigen Maßnahmen wie Abstand, FFP2-Maskenpflicht etc. beginnen müssen. Die Impfpflicht halte ich als liberaler Mensch für ein überzogenes Mittel.“

Umfrage beendet

  • Ist die Corona-Impfpflicht gerechtfertigt?