Einfahrt von Traiskirchner Paar verparkt: „Es reicht“. Hanni und Hans Möstl kämpfen seit Längerem mit dem Problem, dass ihre Einfahrt regelmäßig von Autos verstellt wird.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 16. Januar 2020 (06:17)
Hanni und Hans Möstl wünschen sich, dass die Autofahrer sich an die Park- und Halteregeln tatsächlich halten.
Jandrinitsch

Eine Grenze ist für das Ehepaar Möstl, wohnhaft in der Johann Foissner Straße 3, längst überschritten: Die Parksituation vor der eigenen Haustür sei unerträglich geworden.

Hanni Möstl erzählt verärgert: „Wenn ich mit dem Auto rausfahren möchte, dann kann ich nicht, weil entweder das Heck eines anderen Fahrzeuges in unsere Einfahrt hineinreicht oder weil ein Auto komplett vor unserer Einfahrt steht. Vor ein paar Tagen war die Situation besonders arg, da war unsere Einfahrt gleich zweimal blockiert.“

Keine Chance, um aus der Einfahrt zu fahren.
privat

Der ehemaligen Heurigenwirtin geht es nicht darum, Menschen zu vernadern, aber die Situation werde von Jahr zu Jahr schlimmer. Hanni Möstl erinnert sich: „Es war auch schon der Fall, dass ein Rettungsfahrzeug nicht zu uns zufahren und parken konnte, weil alles verstellt ist. Dabei geht es aber um die Gesundheit meines Mannes“, macht Möstl aufmerksam. Was die Situation nicht einfacher mache sei, dass die meisten Parker absolut uneinsichtig seien.

„Einmal konnte ich mich nicht mehr halten, ich bin in das Nagelstudio bei uns in der Foissner Straße hineingegangen und habe der Kundin gesagt, sie soll jetzt wegfahren. Sie hat nichts gesagt, sondern sich lediglich die Füße abgetrocknet, dann ist sie hinausgegangen und hat ihr Auto umgeparkt“, erinnert sich Hanni Möstl.

Dazu sollte man wissen, dass die Straßenverkehrsordnung das Parken vor Haus- und Grundstückseinfahrten grundsätzlich verbietet. Erlaubt ist nur das Halten, also ein Abstellen des Fahrzeuges bis zu zehn Minuten, sofern der Lenker im Fahrzeug verbleibt. Außerdem gilt in der Johann Foissner Straße eine Kurzparkzonenbeschränkung von eineinhalb Stunden. Hans und Hanni Möstl haben jetzt eine Beschwerde bei der Polizeiinspektion Traiskirchen und bei der Bezirkshauptmannschaft in Baden eingereicht.

Für die Foissner Straße ist die Landesverwaltung zuständig, weil sie eine Landesstraße ist, daher fallen etwaige Entscheidungen über diese Straße auch in den Hoheitsbereich der Bezirkshauptmannschaft. Sie hoffen, dass recht bald ein Verkehrssachverständiger der Bezirkshauptmannschaft einen Lokalaugenschein durchführen wird und dass entsprechende Markierungen auf der Straße aufgebracht werden, die klar erkenntlich machen: Halten und Parken ist hier verboten.

Polizei wird verstärkt Kontrollen durchführen

Traiskirchens Stadtpolizeikommandant Kurt Wagner verspricht: „Die Polizei wird sich des Problems annehmen und verstärkte Kontrollen durchführen.“ Auch Bürgermeister Andreas Babler, SPÖ, wohnt in der Foissner Straße und ist täglich mit dieser Situation konfrontiert. Er hat vor Kurzem einen Appell an die neue Verkehrsministerin Eleonore Gewessler gerichtet, einen Verkehrsgipfel für das südliche Wiener Umland einzuberufen.

Er hält fest: „Im Kleinen, auf unseren Gemeindestraßen und in unseren Siedlungen, dort wo wir als Gemeinden zuständig sind, schaffen wir überall Lösungen. Aber mit den übergeordneten Bundes- und Landesstraßen wird unser Leidensdruck immer größer. Was es dringend braucht, ist eine Trendwende.“