FPÖ Trumau verlässt Partei

Erstellt am 14. Dezember 2022 | 05:22
Lesezeit: 3 Min
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Tino Seidl und Lukas Casar nach der Pressekonferenz.
Foto: Lenger
Tino Seidl und seine Mitstreiter treten geschlossen aus Landespartei aus. Sie wollen „Wir Trumauer“ gründen.
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Im Jahr 2010 gründete Tino Seidl in Trumau die FPÖ und trat erstmals 2015 bei der Gemeinderatswahl an.

Damals gelang ihm auf Anhieb mit drei Mandaten der Einzug in den Gemeinderat. Seither engagiert sich der FPÖ Politiker nicht nur im Ort, sondern auch bei zahlreichen übergeordneten Parteiorganisationen. Gemeinsam mit Gemeinderat Lukas Casar gab Seidl am Mittwochvormittag in einer Pressekonferenz bekannt, dass sie beide und auch der dritte FPÖ-Gemeinderat Svetozar Stojic mit sofortiger Wirkung aus der FPÖ austreten und alle Funktionen zurücklegen.

„Ich lege alle Funktionen in der FPÖ zurück und trete aus der Partei aus.“

Unmissverständlich machte Seidl klar: „Ich lege alle Funktionen in der FPÖ zurück und trete aus der Partei aus.“ Wenn alle weiteren Vorstandsmitglieder der FPÖ Trumau zurückgetreten sind, dann wird die FPÖ-Ortsorganisation aufgelöst.

„Seit Mitte 2019 gab es in der Ortsgruppe Unzufriedenheit mit dem Kurs der FPÖ, vor allem damit, wie man mit Norbert Hofer umgegangen ist und danach mit der Linie der FPÖ in der Corona-Frage. Beides sorgte bei vielen für Unverständnis“, erklärt Seidl. Das Fass zum Überlaufen brachten vor Kurzem getroffene personelle Entscheidungen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene. Sie führten jetzt zu dem Austritt der Gemeinderäte. „Wir gehen nicht im Bösen“, betont Seidl.

Gleichzeitig kündigte er an, dass die drei „wilden“ Gemeinderäte die Bürgerliste „Wir Trumauer“, kurz „Wir“, gründen und im Gemeinderat mit einen eigenen Klub vertreten sein wollen.

„Es ist Zeit für eine Bürgerliste in Trumau, die weit über alle Parteigrenzen hinweg für die Gemeinde arbeiten möchte“

„Es ist Zeit für eine Bürgerliste in Trumau, die weit über alle Parteigrenzen hinweg für die Gemeinde arbeiten möchte“, so Seidl. „Wir wollen uns mit voller Kraft auf die Gemeindearbeit konzentrieren“, sagt der künftige Bürgerlistengemeinderat Lukas Casar. Dass nur parteiinterne Personalbesetzungen Schuld an den Parteiaustritten sind, glaubt FPÖ-Bezirksparteiobmann Gerhard Ullrich nicht.

Er meint: „Tino Seidl war nie ein richtiger Team-Player. Er wollte gerne im Vordergrund stehen und da er jetzt keinen Listenplatz an vorderster Stelle bekam, setzte er seine Schritte“. Die FPÖ versucht jetzt, eine neue Ortsgruppe aufzustellen. Ullrich ist zuversichtlich: „Wir sind schon dabei eine neue Ortsgruppe mit guten Leuten aufzubauen. Bei den kommenden Gemeinderatswahlen wird es wieder eine FPÖ auf der Liste in Trumau geben.“

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