Abschied von PBZ-Direktorin Susanne Stanzel: „War für mich Berufung“

Erstellt am 03. August 2022 | 05:32
Lesezeit: 4 Min
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Am Freitag, 29. Juli, war der letzte Arbeitstag von Susanne Stanzel.
Foto: JJ
Susanne Stanzel verabschiedet sich vom Pflege- und Betreuungszentrum Baden.
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14 Jahre lang war Susanne Stanzel Direktorin des Pflege- und Betreuungszentrums Baden. Sie hat als ausgebildete Diplomkrankenschwester immer im Krankenpflegebereich gearbeitet, das dazu auch Wochen-end- und Feiertagsdienste sowie „der 24. Dezember“ dazugehören, war für sie immer selbstverständlich.

„Dass es jetzt mancherorts zu wenig Pflegepersonal gibt, liegt auch an der Ausbildung.“
Susanne Stanzel

„Ich habe meine Ausbildung im damaligen Mödlinger Krankenhaus absolviert, die Schwesternschule dort war sehr gut“, sagt Stanzel. Sie bedauert, dass die Ausbildung zum diplomierten Krankenpflegepersonal dort geschlossen wurde. „Dass es jetzt mancherorts zu wenig Pflegepersonal gibt, liegt auch an der Ausbildung. Langsam erkennt die Politik aber wieder, wie wichtig qualifizierte Ausbildungsplätze sind“, sagt Stanzel.

2008 wurden das Helenenheim in der Wiener Straße und das alte Pflegeheim der Stadt Baden am jetzigen Standort in der Wimmergasse fusioniert und in einem neuen Gebäude untergebracht. „Wir haben sogar einen Verbindungsgang ins Landesklinikum Baden. Das erspart Transportwege mit dem Rettungswagen“, lobt die ehemalige Leiterin die Infrastruktur des Hauses.

„Ich bin ständig mit der Gesundheitsbehörde im Austausch gestanden“

Den 14. Juni 2014 wird sie daher nie vergessen. „Da sind alle Klienten auf einmal übersiedelt, das war schon eine Herausforderung.“ Doch diese Herausforderung erlebte sie als positiv, „weil am Ende haben wir gewusst, dass wir in einem neuen, modernen Haus arbeiten werden“, sagt Stanzel. Anders als bei Corona, dass der Heimleiterin „eine 24-Stunden-Erreichbarkeit“ abverlangte. „Ich bin ständig mit der Gesundheitsbehörde im Austausch gestanden“, erzählt Stanzel. Dazu kamen noch Gespräche mit Angehörigen, die sich nicht alle kooperativ verhielten.

Lösung für jede Situation finden

„Ich kann mich an einen Fall erinnern, da lehnte die Tochter ab, dass die Mutter geimpft wird. Gleichzeitig wollte sie aber auch nicht, dass sie eine Maske trägt. Und sie selber wollte auch nicht impfen und Maske tragen.“ Doch Stanzel versuchte, pragmatisch zu bleiben. Die Tochter hat die Mutter dann in häusliche Pflege übernommen. Nur, wenn das Pflegepersonal beschimpft oder sogar tätlich angegriffen wird, hört für sie jedes Verständnis auf. „Man kommt an seine Grenzen“, sagt Stanzel, die aber froh ist, „dass unsere Klienten fast alle geimpft sind. Wenn wir positive Fälle haben, dann äußert sich das in Husten, Halsweh und Schnupfen“.

Stanzel ist eine gebürtige Sooßerin, die 20 Jahre lang im Bad Vöslauer Jakobusheim als Pflegedienstleiterin arbeitete, bevor sie nach Baden wechselte. Dann absolvierte sie auf der Donau-Uni in Krems eine Ausbildung zur Heimleiterin. Schwierigkeiten, Pflegepersonal zu finden, gäbe es in Baden nicht. „Wir sind ein großes Haus mit vielen unterschiedlichen Stationen, nicht nur mit Langzeitpflegebetten. Wir sind gut öffentlich zu erreichen und bieten verschiedene Stunden-Modelle an. 50 Prozent unserer Mitarbeiter arbeiten Teilzeit.“ Sie bereue aber keine Sekunde, den Beruf der Krankenschwester gewählt zu haben.

„Für mich war der Beruf immer attraktiv, aber das ist eine persönliche Einstellung.“

„Für mich war der Beruf immer attraktiv, aber das ist eine persönliche Einstellung.“ Deshalb ist sie auch überzeugt, „dass Geld nicht alleine der Motivator ist, um mehr Personal zu finden“. Jetzt will sie sich ihrem Garten und ihren Enkelkindern widmen.

„Auch die eine oder andere Reise wäre schön“, sagt Stanzel. Leitete Stanzel noch das ganze Haus, hat das Land seit einem Jahr die Führung in zwei Bereich aufgeteilt, in einen kaufmännischen und in einen Pflegebereich. Ein neuer Pflegedienstleiter ist mit Hermann Köhler bereits gefunden, für den kaufmännischen Bereich laufen noch die Hearings.

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