5.965 Unterschriften für Hauptpostamt

Erstellt am 22. Juni 2015 | 07:41
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Foto: NOEN, Stefan Jedlicka
Bürgerliste „wir badener“ sammelte sechs Wochen lang Unterstützung und fordert Erhalt des Postamtes am Ring.
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Das Ziel wurde klar übertroffen. Jene rund 4.000 Unterschriften, die vor zwei Jahren für den Erhalt der Kunsteisbahn in der Fabriksgasse gesammelt worden waren, wollte Stadtrat Jowi Trenner (Bürgerliste „wir badener“) mit seinem neuen Projekt schlagen.

Und dem Listen-Chef gelang es mit Unterstützung seiner Fraktionskollegen diesmal, in sechs Wochen 5.965 Unterstützungserklärungen für den Erhalt des Hauptpostamtes am Kaiser-Franz-Josef Ring zu sammeln.

„Vertreten nicht die Interessen der Post“

Die Kunsteisbahn wurde trotzdem geschlossen. Mit der bereits im Gemeinderat eingebrachten – und dort abgelehnten – Petition für das Postamt, hofft Trenner nun mehr Erfolg zu haben. „Wer eine solche Anzahl an Unterstützern ignoriert, kann nicht bei Trost sein“, pflichtet Stadtrat August Breininger zu.

Man will nun einen Gesprächstermin mit der Post-Generaldirektion und fordere auch eine Verbesserung des Services für Kunden in Baden. „Es darf nicht passieren, dass ein altes Mutterl eines Tages vor einem Computer steht, wenn es sein Packerl aufgeben will“, poltert Breininger.

Ein funktionierendes Post-Angebot sei Aufgabe des Staates. „Die Stadt muss schon jetzt mehr als 27.000 Euro für die Poststellen in Weikersdorf und Leesdorf zahlen, um sie am Leben zu halten“, so Breininger.

Wassergasse: „Kannibalisierungseffekt“ ausgelöst

Der Standort am Ring sei zentral gelegen und gut frequentiert, begründet Stadträtin Christine Witty, warum man eine Übersiedlung der Post kategorisch ablehne.

Die in unmittelbarer Nähe neu geschaffene Filiale in den BAWAG-Räumlichkeiten in der Wassergasse sei aufgrund der Kooperation von Post und Bank erzwungen worden und habe „logischerweise einen Kannibalisierungseffekt“ ausgelöst. Breininger mutmaßt gar: „Man hat die Hauptpost in den letzten Jahren bewusst herunter gewirtschaftet, um einen Grund für die Schließung zu haben.“

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Die Stadträte der Bürgerliste »wir badner«, Jowi Trenner, August Breininger und Christine Witty mit den 5.965 gesammelten Unterschriften für das Postamt. Foto: Jedlicka
Foto: NOEN, Stefan Jedlicka

Dass alle übrigen Gemeinderatsfraktionen eine gemeinsame Resolution an die Post verfasst und der Initiative der Bürgerliste eine Abfuhr erteilt haben, ärgert Witty. „Sie vertreten nur die Interessen der Post und ihrer Aktionäre. In ihrer Resolution werden Forderungen aufgestellt, die sowieso im Post-Gesetz vorgeschrieben sind. Also eine reine Alibi-Aktion. Wir vertreten die Interessen der Badener.“

Seitens der Post AG hat man auf die offizielle Resolution der Stadt bereits geantwortet und versichert, erst nach Schaffung einer adäquaten Ersatzlösung an die Schließung des Hauptpostamtes zu denken. Eine von Bürgermeister Kurt Staska (VP) vorgeschlagene Übersiedlung ins aufgelassene Service-Center der Gebietskrankenkasse in der Vöslauerstraße werde geprüft.

Staska meint: „Die Post hat die Entschlossenheit der Badener in diesem Punkt sicherlich schon erkannt. Ich begrüße aber jede Unterstützung der Bemühungen von fünf Gemeinderatsfraktionen, im Interesse der Bevölkerung.“ Beispiele aus anderen Gemeinden würden jedoch zeigen, dass „Unterschriftenlisten eher nicht zum gewünschten Erfolg führen“, gibt er zu bedenken.

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