Angesengte Regenbogenfahne wurde bezahlt

Der Schock war groß, als Jugendgemeinderat Raphael Schöps, ÖVP, Fahne entdeckte.

NÖN Redaktion Erstellt am 01. Juli 2021 | 05:49
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Die Regenbogenfahne in Pfaffstätten fing zwar Feuer, brannte aber nicht lichterloh, sondern wurde nur angesengt.
Foto: privat, privat

„Eigentlich hat mich ein Freund angerufen und mich darauf aufmerksam gemacht, dass die erst vor Kurzem gehisste Regenbogenfahne in der Nacht von vorigen Mittwoch auf Donnerstag am Hauptplatz offensichtlich versucht wurde anzuzünden. Ich bin dann gleich zum Hauptplatz gefahren und habe mir das angesehen“, berichtet Schöps.

Es sei offensichtlich gewesen, dass jemand versucht hatte, die Fahne in Brand zu setzen. „Aber es gibt eine EU-Richtlinie, gewisse Normen, nach denen die Fahnen hergestellt werden müssen, um die Fahne tatsächlich anzuzünden, hätte man sie wahrscheinlich mit Benzin übergießen müssen“, meint Schöps.

Der Schock saß nicht nur dem Jugendgemeinderat in den Knochen, auch Grünen-Obfrau Elisabeth Rigler versteht nicht, „dass es jemanden im 21. Jahrhundert stören kann, dass am Hauptplatz die Regenbogenfahne gehisst wird“.

Bürgermeister Christoph Kainz, ÖVP, hat indes Abstand genommen, eine Anzeige gegen Unbekannte einzubringen.

Denn der Fall hat eine überraschende Wendung genommen. Der Ortschef berichtet: „Im Postkasten der Gemeinde lag am Freitag ein Kuvert mit Geldscheinen im Gegenwert der Fahne. Auf dem Umschlag stand geschrieben ‚Regenbogenfahne – es tut mir leid. Entschuldigung …‘“, staunte Kainz nicht schlecht. Der Ortschef gibt sich milde und reicht auch hier die Hand zum Miteinander. „Klüger werden können wir schließlich alle“. Die neue Fahne ist bereits bestellt und wird sofort nach ihrer Lieferung gehisst.