Pflanzen statt Jetons: Grünes Konzept für alte Hallen. Gärtner Ludwig Starkl nutzt jahrhundertealtes Fabriksgelände für ein völlig neues Einkaufserlebnis im Gartenbereich.

Von Judith Jandrinitsch. Erstellt am 13. September 2020 (04:24)
Firmenchef Ludwig Stark packt selbst mit an, ist ständig auf der Baustelle. Denn bereits im Frühjahr nächsten Jahres soll der Gartenbaubetrieb laufen. „Ein Gartencenter ist auch ein Saisongeschäft, deshalb ist es wichtig, dass wir spätestens im April fertig sind“, sagt Ludwig Starkl.
Jandrinitsch

Vier Hallen befinden sich auf dem Areal am Kanal Nr. 5, das zuletzt von Casinos Austria aktiv genutzt wurde, auch um in einem hermetisch abgeschirmten und überwachten Raum jene Jetons zu lagern, die in den Casinos dann zum Einsatz gekommen sind, wenn ein Manipulationsfall an den Jetons bekannt wurde.

Doch von diesem Raum ist nichts mehr zu sehen, denn seitdem sich das Gelände im Besitz der Gärtnerei Starkl befindet, wird mit Hochdruck daran gearbeitet, um ein auf vier Säulen basierendes Konzept umzusetzen, das der Gärtnereibetrieb noch an keinem seiner Standorte verwirklicht hat. Ludwig Starkl erläutert: „Ein Bereich gehört dem Thema Pflanzen, wobei wir Wert darauf legen, dass die Pflanzen und alles, was dazugehört, wie Erde, Dünger, Werkzeuge. Ein weiteres Thema ist der Bereich Wohnen, in dem wir Indoormöbel und Accessoires zeigen möchten. Dann verfolgen wir noch das Segment Markt & Lifestyle, wo wir auch Produzenten aus der Region dazu einladen, ihre haltbaren Erzeugnisse wie Wein, Marmelade, Käse, etc. bei uns anzubieten. Und der vierte Bereich ist der Restaurantbereich, der unabhängig vom Gartencenter zu begehen sein soll.“

Hier ist Starkl so wie bei den regionalen Produzenten noch auf der Suche nach einem entsprechenden Partner, wie etwa einer Bäckerei, die nicht nur frisches Brot, sondern auch Kaffee und im Sommer für die Radler entlang des Wiener Neustädter Kanals vielleicht sogar Eis kredenzt. Laut soll es für die Anrainer nicht werden, „es ist geplant, dass der Gastronom am frühen Abend schließt“, sagt Starkl.

Bei diesem Grundstück passt jetzt alles

Er hat lange nach einem Grundstück wie hier in Pfaffstätten gesucht, „doch hier passt alles. Lage, Frequenz und einfach das Flair, das das Grundstück verbreitet“, sagt Starkl. Die Zufahrts- und Parkplatzsituation wird sich grundlegend ändern. Starkl ist noch in der Kaufabwicklung eines Grundstücks mit der Firma Porr, um den Parkplatz entsprechend vergrößern zu können. So wird der Parkplatz mit Rasenziegeln ausgelegt, Boden soll keiner versiegelt werden. In einer eigenen Zisterne wird das Dachflächenwasser gesammelt und zum Gießen der Pflanzen verwendet werden. Und auch die alte Schachtturbine wird reaktiviert, um selbst Strom für die 8.000 m² große Vertriebsfläche erzeugen zu können.

Auch Bürgermeister Christoph Kainz, ÖVP, freut sich, „dass wir so einen namhaften Betrieb nach Pfaffstätten bekommen“.