Solidarität mit den Brandopfern in Möllersdorf

Erstellt am 05. Januar 2022 | 06:00
Lesezeit: 3 Min
440_0008_8262588_bad01brand111.jpg
Das Haus brannte lichterloh. Der Familienvater, seine Frau und ihr Kleinkind konnten sich in letzter Sekunde ins Freie retten.
Foto: Feuerwehr Möllersdorf
Eine Familie in der Stadtrandsiedlung verlor ihr Hab und Gut, als ihr Einfamilienhaus ausbrannte.
Werbung
Anzeige

Es war die Schreckensnachricht vor dem Jahreswechsel: Das Einfamilienhaus einer Familie mit einem dreijährigen Kind stand in den Morgenstunden in Flammen. Buchstäblich in letzter Sekunde schafften es die Bewohner, sich selbst in Sicherheit zu bringen.

90 Helfer verschiedener Freiwilliger Feuerwehren, allen voran der FF Möllersdorf, standen über mehrere Stunden hinweg im Einsatz, das Haus brannte beinahe völlig aus. Von der Stadtgemeinde Traiskirchen bekam die Familie sofort eine Notwohnung zur Verfügung gestellt. Auch der Siedlerverein mit Obmann und Stadtrat Erwin Mücke, SPÖ, machte sich persönlich auf, um von den Bewohnern der Stadtrandsiedlung Spenden für die betroffene Familie zu sammeln.

„Immer, wenn Siedler in der Stadtrandsiedlung von einem Unglück betroffen sind, dann gehen wir persönlich von Haus zu Haus, um Spendengelder zu lukrieren.“Erwin Mücke

Mücke betont: „Für uns ist das eine Selbstverständlichkeit. Immer, wenn Siedler in der Stadtrandsiedlung von einem Unglück betroffen sind, dann gehen wir persönlich von Haus zu Haus, um Spendengelder zu lukrieren.“ Und auch das Pfarr-Team rund um Traiskirchens Pfarrer Jochen Maria Häusler, Pfarrgemeinderätin Susanne Zagler und Pastoralassistent Franz Gurnhofer wurde sofort aktiv. Häusler berichtet: „Viele Menschen haben sich sofort an uns gewandt und ihre Hilfe angeboten. Viele Dinge des täglichen Lebens wie Kleidung, Spielzeug für den dreijährigen Sohn, Geschirr, Hygieneartikel und vieles mehr wurden spontan in die Übergangswohnung gebracht. Dafür ein herzliches Vergelt’s Gott.“

„Man darf nicht vergessen, dass die Familie das alles einmal realisieren und verarbeiten muss.“ Jochen Maria Häusler

Doch Sachspenden werden nun nicht mehr so dringend benötigt wie Geldspenden. Dafür hat die Pfarre ein eigenes Konto eingerichtet. Geldspenden nehmen auch Zagler und Gurnhofer persönlich entgegen. Auch Siedlervereinsobmann Mücke verweist bei Anfragen mittlerweile auf das Spendenkonto der Pfarre. Traiskirchens Pfarrer ruft in Erinnerung: „Man darf nicht vergessen, dass die Familie das alles einmal realisieren und verarbeiten muss. Es ist auch fraglich, ob sie in ihr Haus jemals wieder zurückkehren wird können.“ Besonders bitter: Der Umbau des Hauses war erst vor Kurzem abgeschlossen, seit rund drei, vier Wochen wohnte die Familie in ihrem frisch renoviertem Heim.

Möllersdorfs FF-Kommandant Markus Bartlweber erinnert sich an den Tag des Brandes zurück: „Der Brand begann im Erdgeschoß, als wir eintrafen, waren bis auf ein Fenster bereits alle zerrissen.“ Dann schlugen die Flammen durch die Fenster hinauf zum Dachstuhl, so fing auch das Dach Feuer und das Haus brannte an zwei Stellen gleichzeitig – am Dach und im Erdgeschoß.

„Die signifikanten Brandeinwirkungsspuren am Holzboden lassen auf eine Brandentstehung am Esstisch schließen. In diesem Bereich war der Adventkranz mit vier Kerzen aufgestellt.“
Markus Bartlweber

Die Brandursachenermittlung ist mittlerweile abgeschlossen. Laut dem Kriminaldienst des Bezirkspolizeikommandos Baden ergab die Brandursachenermittlung „keine Anhaltspunkte für einen elektrischen Defekt. Die signifikanten Brandeinwirkungsspuren am Holzboden lassen auf eine Brandentstehung am Esstisch schließen. In diesem Bereich war der Adventkranz mit vier Kerzen aufgestellt.“

Weiterlesen nach der Werbung