Protest gegen Parkdeck-Pläne in Bad Vöslau

Betonburg statt Bäume? Grüne fordern Umdenken von der Liste Flammer.

Erstellt am 11. November 2021 | 05:34
440_0008_8228897_bad4521bv_parkdeck_standort_1.jpg
An dieser Stelle soll künftig ein Parkdeck sein. Die Grünen wollen das verhindern.
Foto: Steiner

Die Grünen befürchten, dass die regierende Liste Flammer für die Gemeinderatssitzung im Dezember einen Beschluss zum Bau des angedachten Parkdecks im Schlosspark vorbereitet. Mit einer Plakataktion machen sie nun darauf aufmerksam, dass ein Teil des Schlossparks zwischen den Wohnhäusern an der Wr. Neustädter Straße und dem Kinderspielplatz daher bald für immer zerstört sein könnte.

„Es gibt sehr viele Argumente, die gegen ein Parkdeck ausgerechnet im Schlosspark sprechen“, ist Umweltstadträtin Eva Mückstein überzeugt. So wären Kinder und ihre Familien beim angrenzenden Wasserspielplatz und dem Kinderfreundehaus vermehrt Schmutz, Lärm und gesundheitsschädlichen Emissionen ausgesetzt. Das Parkdeck würde zudem „eine unzumutbare Minderung der Lebensqualität der Anrainer“ bedeuten. Auch ein regelmäßiger Stau auf der Edgar Penzing Franz-Straße, wo die Ein- und Ausfahrt geplant ist, sei zu befürchten. Stattdessen plädieren die Grünen für mehrere kleine Parkmöglichkeiten rund ums Zentrum statt einer „hässlichen Betonburg“. Die Stadt habe zudem verabsäumt eine künftige Nutzung der Flächen der alten Abfüllanlage der Vöslauer Mineralwasser Ges.m.b.H. mitzuentwickeln. „Ich fordere die Liste Flammer zum Umdenken auf“, so Mückstein. „Grünraum darf nicht mehr zerstört werden.“

Seitens der Liste Flammer sei kein Antrag geplant, kontert Pressesprecher Markus Wertek. Um das Stadtzentrum zukunftsfit zu gestalten, sei es aber nötig, für die dort parkenden Fahrzeuge Ersatzplätze zu schaffen, sagt er. „Nach Evaluierung hat sich die asphaltierte Fläche am Rande des Schlossparkes als einzig sinnvolle Maßnahme ergeben.“ Ziel sei, „ein zukunftsweisendes Parkdeck zu schaffen, welches sowohl an den Fassaden als auch am Dach begrünt“ werde. Die Zufahrtssituation soll dabei neu gestaltet werden, „sodass künftig keine Durchfahrt für die Anlieferung durch den beliebten Spielplatz notwendig wird“, betont Wertek.