Trauer um Badener Urgestein Peter Surovic

Große Trauer und Bestürzung in Baden und Umgebung. Der erfahrene Journalist, Pressefotograf, Hobbyschauspieler und Präsident des Badener Presse Clubs, Peter W. Surovic, ist gestern Abend völlig unerwartet aus dem Leben gerissen worden, er war 74 Jahre alt.

Erstellt am 03. Dezember 2020 | 20:00
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
bad50af-surovic.jpg
Peter Surovic war für seine Hilfsbereitschaft bekannt, zahlreiche Benefiz- und Spendenaktionen gehen auf ihn zurück, wie im Bild für den Verein No Problem von Maria Rettenbacher im Gasthaus Badener Eck von Peter Böö, mit LAb. Sepp Balber und Kommerzialrat Gerhard Steurer vor einem Jahr.
Foto: Surovic/Konrad

Sein Herzensprojekt war die Gründung des Badener Presse Clubs vor 33 Jahren. „Ich wollte Gutes tun und helfen, besonders Menschen in Not. Mit den ersten Veranstaltungen wie dem Blumencorso und später mit dem Flohmarkt oder dem Adventmarkt konnten wir Geld besorgen und damit helfen“, erinnerte er sich zum 30-jährigen Jubiläum an die Anfänge zurück. Jahrelang sponserte der Presse Club den Schülerzeitungswettbewerb des Landesjugendreferates NÖ. Weiters gab es einmalige Stipendien für junge Journalisten. Viele Einrichtungen profitierten von der Existenz des Badener Presse Clubs, der keinerlei Subventionen erhält. Der Presse Club ist seit 30 Jahren auch Ausrichter und Veranstalter des allmonatlichen Badener Flohmarktes am Josefsplatz in Baden.

Anzeige

Seine heimliche Liebe galt der Schauspielerei. Bei der Jungen ÖVP fand Surovic bereits in jungen Jahren die Möglichkeit, sein schauspielerisches Talent in hunderten Sketches, die im Heim der Kunst, im Batzenhäusl, bei Ferienlagern in Ottenstein oder in Cervia bei den Kinderurlauben aufgeführt wurden, zur Entfaltung zu bringen. 1964 ging er zum Bundesheer und besuchte heimlich die Schauspielschule. „Gerne wäre ich Berufsschauspieler geworden, meine Eltern bestanden aber darauf, dass ich etwas ,Anständiges‘ erlernen sollte und so wurde ich Autospengler“, erzählte er. Ausgeübt hat Peter Surovic seinen erlernten Beruf nie. Kurz arbeitete er bei der Wiener ÖVP, für die er als Jugend-Betreuer aller 23 Gemeindebezirke zuständig war. Verantwortlich war Surovic damals auch für Veranstaltungen. Die Ferienaktion „Cervia“ setzte sich dabei als wohl erfolgreichste durch, die bis vor ein paar Jahren Kindern aus bedürftigen Familien Ferien am Meer ermöglichte. 

„Gerne wäre ich Berufsschauspieler geworden, meine Eltern bestanden aber darauf, dass ich etwas ,Anständiges‘ erlernen sollte und so wurde ich Autospengler“

In den 70er Jahren wechselte er in den Journalismus und wurde Mitarbeiter der Badener Nachrichten. 20 Jahre später wechselt er zum Bezirksjournal Baden, wo er über 25 Jahre tätig war und auch als Chefredakteur fungierte. „Ich habe meinen Beruf zum Hobby gemacht und mein Hobby ausgelebt“, schwelgte er in Erinnerungen. 2002 wurde er zum Präsidenten des Verbandes der Donaujournalisten gewählt.

„Ich habe meinen Beruf zum Hobby gemacht und mein Hobby ausgelebt“

Wegen seiner liebenswerten Art war Peter Surovic überall sehr geschätzt und wurde mit dem Professorentitel gewürdigt. Gern stellte er sich immer wieder in den Dienst der guten Sache, wie zur Weihnachtszeit mit seinem legendären Punschstandl am Josefsplatz. Als Reporter knüpfte Surovic unzählige Freundschaften – es gab kaum einen Prominenten oder Lokalpolitiker, der ihn nicht kannte und einlud, bei gesellschaftlichen Events dabei zu sein.

Peter Surovic war Ehrenringträger der Stadt und Träger zahlreicher weiterer nationaler und internationaler Auszeichnungen.