Wein als Hoffnung in Baden

Erstellt am 02. Mai 2022 | 05:27
Lesezeit: 3 Min
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Emmerich Knoll, Andreas Liegenfeld, Christian Zechmeister, Hans Setzer, Reinhard Zöchmann, Heinrich Hartl, Britta Döring und Stefan Potzinger diskutierten über den Wein der Thermenregion. „Man verbindet mit dem Gebiet weiche, sehr elegante, fruchtbetonte, nicht zu straffe Rotweine, aus den Sorten St. Laurent und Pinot Noir sowie bei den Weißweinen mit den autochthonen Sorten Zierfandler und Rotgipfler als gebietstypische Alleinstellungsmerkmale“, betonten die Experten am Podium, welches es „in dieser Besetzung sicherlich noch nie gab“.
Foto: Sonja Pohl
Hochkarätige Podiumsdiskussion zur Weiterentwicklung der Weinwirtschaft in der Thermenregion.
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Zu einer hochkarätigen Podiumsdiskussion lud das Weinforum Thermenregion in die Bezirksbauernkammer Baden/Mödling ein, um über Möglichkeiten und künftige Entwicklungen in der Vermarktung der regionalen Weine zu diskutieren.

Als Top-Thema kristallisierte sich die Entwicklung des DAC Thermenregion als eindeutiges Kennzeichen der hohen Qualität und Authentizität einer Dachmarke des Weinbaugebiets heraus, „sind wir inzwischen doch das einzige Weinbaugebiet in Österreich ohne DAC “, legt Weinforum-Obmann Heinrich Hartl klar. Wie es zu den gebietstypischen Qualitätsweinen, kurz DAC, in verschiedenen Weinbaugebieten kam, welche Schritte dazu führten und wie die Umsetzung und Ausformung erfolgte, beleuchteten Emmerich Knoll (Obmann Vinea Wachau), Andreas Liegenfeld (Weinbaupräsident Burgenland, Vorsitzender des nationalen Weinkomitees), Christian Zechmeister (Prokurist ÖWM), Hans Setzer (Obmann RWK Weinviertel) und Stefan Potzinger (Weinbaupräsident Steiermark). Das Interesse seitens der regionalen und lokalen Winzer war groß – auch Niederösterreichs Weinbaupräsident Reinhard Zöchmann kam extra nach Baden.

Die Idee eines DAC Konzeptes und somit eine klarere Positionierung des Weinbaugebiets ist nicht neu. „Bereits vor 20 Jahren gab es Ansätze dazu“, hieß es. Woran es scheiterte? „Wir haben zwei Knackpunkte“, brachte es Hartl auf den Punkt. Einer ist die Bezeichnung des Weinanbaugebiets „Thermenregion“ selbst – geografisch schwer zuzuordnen, läuft sie Gefahr mit der Thermenlinie entlang des Burgenlands und der Steiermark verwechselt zu werden. Zweiter Hinkelstein ist gleichzeitig das größte Usp – die autochthonen Weinsorten Zierfandler und Rotgipfler gedeihen zwar ausschließlich im Gebiet, jedoch finden sie sich nur auf wenigen Weinkarten wieder, somit werden sie nur in geringem Ausmaß kultiviert, da sie selbst in unserem Gebiet nicht auf allen Böden gedeihen.

Wie also kann ein DAC Thermenregion gelingen?

Ein Schlüssel zum Erfolg werde der Weintourismus als Zugpferd für die Vermarktung sein. „Nun braucht es einen offenen, mutigen Prozess in der Finalisierung des DAC-Konzeptes für das Weinbaugebiet Thermenregion, der von einigen Leitbetrieben angestoßen und getragen wird und dem viele folgen können und sollen“, ist man sich einig. Klar sei auch, dass es gelte, die eigenen Stärken in der Region zu definieren und zu ihnen zu stehen.

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