Teesdorfer berichtet über sein Leben in Peking

Ein junger Teesdorfer eroberte das „Land des Lächelns“ für sich, indem er nun im fernen Reich der Mitte lebt und studiert.

Erstellt am 29. April 2018 | 03:01
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Dominik Leitner in der Wasserstadt Gubei. Studienheft und Laptop sind oft seine Begleiter
Foto: NOEN

Der 30-jährige Dominik Leitner aus Teesdorf kann bereits einen ansehnlichen Lebenslauf vorweisen.

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Nach Gymnasium und Handelsakademie begann er sogleich als Sachbearbeiter in einer Spedition. Danach trat er in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Gerichtsvollzieher im 15. Wiener Gemeindebezirk. Doch ihm war klar, dass das kein Job für immer war, weshalb Leitner die Ausbildung zum Fluglotsen absolvieren wollte.

Eine ausgesprochen bunte Berufspalette

„Ich wurde als einer von acht unter insgesamt 600 Bewerbern in das Ausbildungsprogramm aufgenommen“, so Leitner. Doch er scheiterte nach eineinhalb Jahren am praktischen Teil der Ausbildung. Also versuchte er sein Glück im Casino Baden als Croupier. Neben „Black Jack“, Roulette und Poker setzte er jedoch auch auf Bildung und absolvierte das Bachelorstudium Wirtschaftsinformatik an der „Ferdinand Porsche Fern-Fachhochschule“: „Ein Präsenzstudium wäre mir im Casino nebenbei nicht möglich gewesen, deshalb entschied ich mich für das Fernstudium.“

Teesdorfer China
Foto: privat

Als der frischgebackene Student während eines Urlaubs im fernen Peking seine jetzige Freundin Qu Jing kennenlernte, entschied er sich dazu, zu ihr nach China zu ziehen. In der chinesischen Hauptstadt lebt er nun fünf U-Bahn-Minuten von der sogenannten „verbotenen Stadt“ entfernt. „Ich wollte meine Zeit in China möglichst gut nützen und habe deshalb das Masterstudium angehängt. Ein Master bringt einen halt doch noch viel weiter“, ist er überzeugt.

Qu Ruixin lernt so ganz nebenbei chinesisch

Dominik Leitner, oder „Qu Ruixin“, wie ihn seine Freundin auf chinesisch nennt, lernt so jetzt quasi „nebenbei“ intensiv die Landessprache, arbeitet als Deutschlehrer, als Übersetzer sowie als virtueller Assistent: „Viel Kleinarbeit, was halt so kommt, aber es reicht für das Auskommen.“ Ansonsten konzentriert sich Leitner auf das Studium an der Fern-Fachhochschule. Die langen Flüge zu den Präsenztagen hier in Österreich nutzt er gleich zur Kontaktpflege. Aber auch das Aufenthaltsvisum muss natürlich regelmäßig erneuert werden.

Die Herausforderungen mit der laut Leitner „schrecklichen Internetzensur in China“, konnte er geschickt mit einem VPN-Netzwerk regeln, sodass er auch aus Peking gut auf den Online-Campus der Fernschule sowie sämtliche Kommunikationsmöglichkeiten zugreifen kann. „Langsamer ist es halt. Aber ich habe das ja so gewählt. Wahrscheinlich wäre das alles in jedem anderen Land der Welt einfacher. Außer vielleicht in Nordkorea“, schmunzelt der „Chinese“ aus Teesdorf augenzwinkernd.