Pottendorf

Erstellt am 21. März 2018, 07:49

von Thomas Lenger

Elvira Schmidt zieht in den Landtag ein. Elvira Schmidt übernimmt das freigewordene SPÖ-Mandat von Franz Schnabl. Ihre Schwerpunktthemen schildert sie der NÖN.

Elvira Schmidt zieht für die SPÖ in den Landtag ein.  |  NOEN, Astrid Knie

Die geschäftsführende SPÖ-Gemeinderätin Elvira Schmidt wird nach der Nominierung von Franz Schnabl als Landeshauptfrau-Stellvertreter das frei gewordene Landtagsmandat übernehmen. Damit sitzt neben Karin Scheele eine weitere Abgeordnete aus dem Bezirk Baden im niederösterreichischen Landtag.

Die NÖN sprach mit der künftigen Landtagsabgeordneten, die auch Landesfrauenvorsitzende der SPÖ ist.

NÖN: „Frau Schmidt, zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zu ihrer Nominierung. Was werden für Sie die politischen Schwerpunkte im Landtag sein?“
Elvira Schmidt: „Der Schwerpunkt meiner politischen Tätigkeit wird wieder im Bereich der Frauen liegen. Die Lohnschere beträgt bei gleichwertiger Arbeit bei Frauen noch immer 22,8 Prozent. Es kann nicht sein, dass es in einem Wohlfahrtsstaat wie Österreich noch immer einen Lohnunterschied gibt. Es wird auch die Aufgabe der Politik sein, dass die Arbeit allgemein neu bewertet wird. Es gibt Berufe, in denen man so wenig verdient, dass es nicht mehr möglich ist, davon zu leben. Es soll jeder so entlohnt werden, dass es sich lohnt, arbeiten zu gehen und dass jeder ein gutes Leben davon führen kann. Als Landesfrauenvorsitzende ist es mir sehr wichtig, das es eine Selbstbestimmung der Frauen gibt und ein Schutz vor Gewalt besteht. Es ist unbedingt notwendig, dass es ausreichend Plätze in Frauenhäusern gibt, wo Frauen Schutz finden, denen Gewalt angetan worden ist.“

Jedes Kind muss eine Chance auf Bildung haben

Sie waren in den vergangenen Jahren als Direktorin einer neuen Mittelschule tätig. Welche Ideen und Vorstellungen werden Sie aus diesem Bereich einbringen?
„Als Pädagogin, die die letzten acht Jahre als Direktorin einer NNÖMS in Hirtenberg tätig war, ist es mir weiterhin sehr wichtig, dass jedes Kind eine Chance auf Bildung hat und das soll nicht von der Geldsituation der Eltern abhängig sein. Ich habe immer wieder erlebt, dass es Eltern nicht mehr möglich war, ihre Kinder auf Ausflüge oder Projektwochen mitzuschicken. Das kann und darf auf keinen Fall passieren. Weiters muss man den Kindern die unterschiedlichen Berufsausbildungen zeigen. Deshalb ist es wichtig, den Gegenstand Berufsorientierung in jeder Schulform anzubieten. Unsere Kinder sind unsere Zukunft und da darf nicht gespart werden.“

Es ist eine Wertschätzungsfrage gegenüber Menschen über 50 Jahren, diesen wieder Hoffnung für die Zukunft zu geben

Welche regionalen Themen sind Ihnen wichtig?
„In unserer Region war die Beschäftigungsaktion 20.000 ein großes Thema. Es konnte sehr vielen Menschen im Bezirk eine Perspektive für die Zukunft gegeben werden. Es ist eine Wertschätzungsfrage gegenüber Menschen über 50 Jahren, diesen wieder Hoffnung für die Zukunft zu geben. Mit der Abschaffung dieser Aktion hat man kein soziales Zeichen gesetzt und viele Menschen wurde die Perspektive genommen. Wir Politikerinnen tragen Verantwortung und gemeinsam wollen wir sozialdemokratischen Abgeordneten in unserer Region, dass diese Aktion fortgesetzt wird.“