Gerichtsprozess wegen Schlägerei in Werkstatt. Wegen schwerer Körperverletzung muss sich ein Mann verantworten. Er schildert den Tathergang, welcher sich am 4. Juli in Pottendorf zugetragen hat, allerdings aus seiner Sicht.

Von Brigitte Steinbock. Erstellt am 17. Dezember 2020 (04:13)
Haftrichter vernahm den Beschuldigten ein
Haftrichter vernahm den Beschuldigten ein
APA (dpa/Archiv)

Ein 27-jähriger Wiener steht derzeit wegen schwerer Körperverletzung vor Gericht, weil er im Zug einer Auseinandersetzung am 4. Juli in Pottendorf einem Mann ins Gesicht geschlagen haben soll, dieser dann gestützt sei und eine Prellung der Rippen davongetragen hat, so die Staatsanwaltschaft.

Der Angeklagte schilderte den Vorfall vor Gericht dann allerdings etwas anders. So habe er in der Werkstatt eines Freundes in Pottendorf sein Motorrad repariert, als dessen Nachbar, J., mit zwei Freunden vor der Halle anfing, „an seinem Auto herum zu schrauben“. Der Werkstattbesitzer sei daraufhin hinausgegangen und habe gefragt, ob er seinen Pkw wegstellen soll, damit mehr Platz ist. Der Nachbar habe aber nur geschimpft und so sei der Freund wieder in die Halle gekommen.

Durch die dünnen Wände haben beide dann gehört, wie sich J. über sie aufgeregt hat. „Es gab zuerst eine Schreierei, dann kam er rein und stellte sich vor mich. Ich sagte, er soll gehen und da hat er mich einfach am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt.“ Er habe dem Mann nur aus Notwehr ins Gesicht geschlagen, der sei gestolpert und zu Boden gefallen.

Seine Freunde seien in die Halle gekommen und hätten ihm aufgeholfen und dann sei J. nochmals auf ihn losgegangen und „hat mich quer durch die Halle geprügelt“. Da habe er aber nicht mehr zurückgeschlagen, „mein erster Schlag war auch mein Letzter“. Die Freunde von J. hätten ihn dann von ihm weggezogen. Er selbst sei zwar verletzt gewesen, aber nicht zum Arzt gegangen. Der Werkstattbesitzer bestätigte als Zeuge vor Gericht die Geschichte. Er sei beim zweiten Angriff dazwischen gegangen und hätte auch einen Faustschlag abbekommen. Beide erklärten übereinstimmend, dass J. sich komisch verhalten habe, sie vermuten, dass er alkoholisiert war. Da das Opfer krankheitsbedingt beim Prozess nicht erschien, wurde dieser vertagt.